Wetter
Deutschland vor drastischem Temperatursturz

Das Wetter spielt verrückt: Von deutlich über 30 Grad sacken die Temperaturen bis Samstag auf teilweise nur noch 14 Grad. In manchen Gegenden geht es noch weiter nach unten. Innerhalb weniger Stunden müssen Wetterfühlige hier einen Absturz um 20 Grad verkraften. „Sommerwetter? Fehlanzeige!“ wird es fast überall in Deutschland heißen - der Juli spielt April.

HB FRANKFURT/MAIN. Den merkwürdigen Wechsel beschreibt Experte Bernd Zeuschner vom Deutschen Wetterdienst so: „Bis Freitag haben wir noch ziemlich warme subtropische Luft, vor allem in der Mitte und teilweise auch im Osten. Aber dann kommt vom Atlantik innerhalb kürzester Zeit deutlich kühlere Luft. Und die bekommen wir hier voll zu spüren.“ Tiefstwerte von nur noch sieben Grad sagt der Wetterdienst für die Nächte auf Sonn- und Montag voraus. Allerdings dürften derart niedrige Werte wohl nur in den Bergen erreicht werden.

Der Einzug dieser Sommerfrische wird von Blitz und Donner begleitet. Von einem „Wetterumschwung mit Pauken und Trompeten“ spricht DWD-Experte Thomas Ruppert. Mächtige Quellwolken kommen am Freitag von Westen her, teilweise auch heftige Schauer und Gewitter mit Starkregen, Sturmböen oder sogar Hagel.

In der Sprache der Meteorologen heißt das ganze schlicht „Luftmassen-Austausch“ - eigentlich eine normale Sache. Doch dass das Phänomen diesmal so heftig ausfällt, findet selbst der abgeklärte Wettermann Bernd Zeuschner ungewöhnlich: „Der springende Punkt ist, dass dieser Temperatursturz drastisch sein wird. In einigen Regionen haben wir zum Ende der Woche noch über 30 Grad. Und nicht einmal 24 Stunden später sind 14, 15 Grad mancherorts schon das Höchste der Gefühle - vor allem dort, wo es längere Zeit regnet.“

Die neue Wetterlage namens „Volkrat“ sei schon „relativ heftig“, findet Zeuschner. Unnormal sei ein solch kräftiges Absacken der Temperatur nicht, im Hochsommer falle es aber besonders auf. Nicht jeder steckt den ständigen Wetter-Wechsel locker weg: Manch ein Organismus ist mit den Umschwüngen von schwül-warmem zu kühlem Wetter und zurück überfordert. Migräne, Narben- und Phantomschmerzen können die Folge sein.

Wer seine Ferien in einem der Badeorte von Nord- und Ostsee verbringt, wird zumindest am Wochenende wenig Freude am Wetter haben: „Dort wird es wohl sehr durchwachsen sein“, befürchtet Zeuschner. An den Küsten stünden ziemlich kühle Temperaturen und einige Schauer an, teilweise auch Windböen.

Und wo in Deutschland kann man am ehesten mit akzeptablem Wetter rechnen? „Die besten Regionen sind der Süden und der Südwesten, da gibt es die häufigsten sonnigen Abschnitte und die wenigsten Schauer“, prophezeit Zeuschner. Doch auch anderswo muss der Wochenendausflug nicht zwangsläufig ausfallen: „Vielerorts schauert es immer mal wieder für ein, zwei Stunden. Aber zwischendurch scheint auch wieder die Sonne. Das Wort „verregnet' wäre jedenfalls zu negativ.“

Schon der Juni war zu kühl und sonnenscheinarm, und auch der Juli ist und bleibt wechselhaft. „Die stabile Wetterlage, auf die alle hoffen, ist noch nicht abzusehen“, sagt Zeuschner. Immerhin geht es Anfang der neuen Woche mit den Temperaturen wieder bergauf, am Mittwoch und Donnerstag der neuen Woche sind im Südwesten sogar bis zu 33 Grad drin. „Aber es wird nicht so, dass man sagen könnte: Jetzt bleibt es mal für ein paar Tage trocken und warm.“

Resignation nach dem Motto „Den Sommer 2009 können wir abhaken“ sollte sich aber nicht breit machen. „Das wäre viel zu früh, der Sommer fängt ja gerade erst so richtig an“, sagt Zeuschner. Auch nach einem lausigen Juli mit lauter Wetterkapriolen spreche nichts dafür, dass August und September nicht für einen späten Traumsommer sorgen könnten: „Insofern können wir den Leuten Mut machen.

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