Winter in Irland
Von Elstern, Palmen und Badehauben

Der irische Herbst fühlt sich völlig anders an als auf dem nur zwei Flugstunden entfernten Kontinent und Schnee kennt die Grüne Insel schon gar nicht. Mit seinem frühlingshaften Wetter lockt Irland immer mehr Deutsche, die sich auch gern vom neuen Wellness-Trend verwöhnen lassen.

HB DUBLIN. Jedes Mal, wenn man in Irland eine Elster sieht, sollte man ihr kurz zunicken und sie freundlich begrüßen mit dem Spruch „Good morning, Mr. Magpie!“ Das bringt Glück, davon sind Jung und Alt fest überzeugt, vor allem ab dem sechsten Vogel. Jetzt, im Spätherbst, kommen besonders abergläubische Iren gar nicht mehr aus dem Grüßen raus. Weil die Bäume schon ziemlich kahl sind, kann man die kecken Elstern in den Wipfeln besonders gut ausmachen. Nur in den dichten Kronen der Palmen nicht, die überall auf der Insel zum Erstaunen der Touristen meterhoch gedeihen, selbst in den Vorgärten Dublins.

Der irische Herbst fühlt sich völlig anders an als auf dem nur zwei Flugstunden entfernten Kontinent. Wer glaubt, die Jahreszeit sei ähnlich nass-kalt wie das trübe deutsche Novemberwetter, der irrt gewaltig. Wegen seines ganzjährig milden Klimas leuchtet Irland selbst in den Wintermonaten noch im satten Dauergrün - als wäre schon längst wieder Frühling. Auf der „Smaragdinsel“, wie die kleine Republik in der äußersten Ecke Europas gern genannt wird, blüht es immer, egal zu welcher Saison.

Dank des warmen Golfstroms wird es auf der Insel nie viel kälter als etwa acht Grad Celsius. Jedes Grad drunter macht in Irland Schlagzeilen. Wenn sich die Deutschen schon mit dem ersten Schnee herumplagen, können die Iren tagsüber noch im Straßencafe in der Sonne sitzen. Oder zum Volkssport Golfen gehen, zum Fischen oder Reiten.

Dass Irland auch im wildromantischen Herbst und Winter für Reisende attraktiv sein kann - mit diesem Pfund wollen die irischen Fremdenverkehrsverbände künftig viel stärker wuchern als bisher. Die Touristikexperten setzen dabei auch voll auf die Wellness-Bewegung. Die hat man auf der kleinen Insel bislang eher verschlafen.

„Irland ist von Mai bis Oktober fürs Wandern bekannt, fürs Angeln, Golfen, Hausboot-Fahren und fürs Radeln“, erläutert Judith von Rauchhaupt vom Irland-Tourismus in Frankfurt die Strategie. Insel-Kenner schwärmen gern von den rauen Küsten im Frühling, vom Kapitänsdasein auf dem Shannon im Sommer, von der Rundreise in die mystische Vergangenheit des Landes samt Guinness-Bier und „craic“ im Pub, was auf gälisch so viel wie Geselligkeit bedeutet. Auf die Idee, über Buß- und Bettag oder im Advent mit dem Billigflieger mal schnell zum Relax-Wochenende nach Irland zu jetten, kam bisher kaum jemand.

Das soll sich ändern. Im Visier sind vor allem Wellness-Begeisterte vom europäischen Kontinent. Schon jetzt wird verstärkt für Wohlfühl-Reisen geworben. Investoren rüsten gerade mit Millionenaufwand Spa-technisch mächtig auf - und werden dabei unterstützt durch großzügige steuerliche Hilfen vom Staat.

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