Wochenende im Schnee
Schneeballpolo in St. Moritz

Ein Polo-Handicap soll die Eintrittskarte in die Welt sein? Beim Schnee-Polo in St. Moritz mag man das glauben, denn wenn die Weltelite einer orangenen Kugel hinterhergaloppiert, machen sich nicht nur Pferdenarren ein schönes Wochenende.

In St. Moritz fühlte man sich schon immer Top of the World. Schließlich hat der 1822 Meter hoch gelegene Wintersportort nicht nur zwei Olympische Spiele ausgerichtet und ist Heimat von Wintersportkultveranstaltungen wie dem Cresta-Run (auf dem stürzen sich die männlichen Mitglieder des „The St. Moritz Tobogganing Clubs“ – Frauen sind leider ausgeschlossen – bereits seit 1884 Kopf voran mit bis zu 140 Stundenkilometern waghalsig durch die Natureisrinne). Zudem wollen die Oberengadiner 2013 bereits zum fünften Mal eine alpine Ski-Weltmeisterschaft ausrichten.

Manchmal braucht man aber in dem Nobelort, der sogar als beste Ski-Destination mit dem World Travel Award ausgezeichnet wurde, eher ein schnelles Pferd denn einen schnellen Ski. Nicht nur beim „White Turf“, dem seit 1907 auf dem zugefrorenen St. Moritzersee gelaufenen Pferderennen, sondern auch an diesem Wochenende beim „Polo on Snow“ an gleicher Stelle. Dabei fühlen sich die kraftvollen und wendigen Poloponys trotz dünner Höhenluft bei der Hatz nach dem rund 130 Gramm schweren Ball in dem trockenen Champagner-Klima sichtlich wohl. Die den vier Teams zuschauenden internationalen Winterfrischler ebenfalls, was wohl an dem in der Zeltstadt am Spielfeldrand großzügig ausgeschenkten Champagner liegt.

Beim kleinen Hunger zwischendurch fliegt man als (neu)reicher Pologast mit dem Heli schnell auf die Corviglia, lässt sich dort von Reto Mathis in fantastischer Hochgebirgskulisse mit mediterranen Trüffel- und Kaviar-Spezialitäten verwöhnen. An guten Tagen gehe eine Dose Kaviar und ein Kilo Trüffel weg, weiß der Corviglia-Wirt zu berichten. Danach ist ein Wechsel an Mathis’ Schneebar „on the rocks“ obligatorisch – eine Art alpiner Showroom, im dem nicht die majestätischen Gipfel der umliegenden Viertausender im Fokus der Blicke stehen.

Auf dem Berg und im Tal muss man sich vorsehen, nicht über Bekannte zu stolpern, etwa beim Streifzug durch die hochkarätige Via Serlas. Denn in dieser Dichte habe es in den letzten 30 Jahren noch nie so viele Prominente in St. Moritz gegeben, kommentierte Kurdirektor Hanspeter Danuser kürzlich. Und die Russen sind auch wieder da.

So wird es zwangsläufig eng in der Sunny Bar im Kulm Hotel, der Stammbar der Cresta-Piloten. Statt Bündnerfleisch gibt es Sushi und Sashimi – und Kraftprotze zeigen bei Klimmzügen an den von der Decke herabhängenden Turnringen ihre Muckis. Während das Kulm Hotel für 150 Jahre Tradition steht, ist das Misani in Celerina Ausdruck für den Versuch der Region, sich auch ein jüngeres Image zu verpassen. In den drei Restaurants der Lifestyle-Unterkunft geben sich eher Starlets als Alt-Prominente die Ehre. Und beide treffen Samstagnacht bei der mitternächtlichen Polo-Party im Kings Club wieder aufeinander.

Besuchen:
Polo World Cup on Snow bis Sonntag, jeweils 11.30 und 14 Uhr, Tel. 0041/81 839 92 92, » www.polostmoritz.com

Kaufen:
Uhr Two Timer von Linde Werdelin, um 13 100 Euro, bei Embassy La Serlas in der Palace Arcade, Tel. 0041/81 833 35 31, » www.lindewerdelin.com;
Kaschmirsocken von Kunert, 100 Euro, » www.kunert-pure.com

Essen: Lunch in Mathis' La Marmite auf der Corviglia, » www.mathisfood.ch;
Dinner im 2-Sterne-Restaurant Jöhri's Talvo im Vorort Champfer, Via Gunels 15, Tel. 0041/81 833 44 55, » www.talvo.ch oder im
Voyage im Hotel Misani in Celerina, Tel. 0041 (0) 81 839 89 89, » www.hotelmisani.ch

Feiern: Polo Party im King's Club, Badrutt's Palace Hotel, Via Serlas 27, Tel. 0041/81 837 10 00, » www.badruttspalace.com

Wohnen: Im Waldhaus in Sils, Tel: 0041/81 838 51 00, » www.waldhaus-sils.ch

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