„Wunder vom Hudson“
New York hat einen neuen Helden

Das Flugzeugunglück in New York mit einem voll besetzten Airbus ist wie durch ein Wunder glimpflich ausgegangen – dank des Piloten Chesley B. Sullenberger, dem es gelang, die Maschine erfolgreich auf dem Hudson notzuwassern.

HB NEW YORK. Seit 29 Jahren arbeitet „Sully“, wie er von Kollegen genannt wird, bei der Fluggesellschaft US Airways. Er hat insgesamt 40 Jahre Flugerfahrung. Nach Ausbildungen an der US-Luftwaffenakademie sowie an verschiedenen Universitäten war er Kampfpilot der Air Force.

Außerdem engagierte sich Sullenberger bei der Pilotenvereinigung (ALPA) als Ausbilder für Flugsicherheit und ermittelte für eine nationale Kommission bei Unfällen. Für US Airways hat er nach Medienberichten hunderte von Piloten in Sicherheitskursen ausgebildet.

Sullenberger arbeitet zudem als Berater für Betriebssicherheit. Dabei geht es um das Verhalten der Piloten ebenso wie um Sicherheitsstrategien der Fluggesellschaften und den Umgang mit Notfällen. Auf der Internetseite für „Safety Reliability Methods“ heißt es, Sullenberger habe mit der US Air Force und den zivilen Flugsicherheitsbehörden bei zahlreichen Unfallermittlungen zusammengearbeitet. Darüber hinaus habe er mit Wissenschaftlern der US-Weltraumbehörde NASA einen Leitfaden über Irrtümer in der Luftfahrt erstellt und als Gastdozent für Katastrophenmanagement an der Universität Berkeley bei San Francisco gearbeitet.

Die Frau des Piloten, durch dessen Geschick alle 155 Menschen in einem voll besetzten Airbus eine Notwasserung auf dem Hudson vor New York überlebten, war vollkommen betäubt, als sie von dem Unfall hörte. Ihr Mann habe immer erklärt, es sei sehr selten, dass ein Pilot einen schlimmen Unfall erlebe. Deshalb sei sie völlig fassungslos gewesen, als sie hörte, was passiert sei, sagte Lori Sullenberger aus Danville im US-Bundesstaat Kalifornien nach Angaben des US-Senders CNN. Sie habe am Donnerstag keine Nachrichten gehört. Ihr Mann Chesley habe sie angerufen und gesagt: „Es hat einen Unfall gegeben.“ Sie habe dabei an eine Nebensächlichkeit gedacht. „Aber dann hat er mir die Umstände erklärt, und ich habe angefangen zu zittern. Ich hab meine Tochter sofort aus der Schule abgeholt."

Ein Behördensprecher, der die Cockpitgespräche des Fluges 1549 abhörte, sagte CNN, der Pilot sei außerordentlich ruhig gewesen während des ganzen Vorganges. „Da gab es keine Panik, keine Hysterie“, sagte der Sprecher. „Alles war professionell, ruhig, methodisch. Es war alles so, wie man hofft, dass es sein würde.“ Ein Passagier, der Sullenbergers Leistung lobte, sagte, der Pilot habe den Fluggästen kurz vor der Notwasserung ganz ruhig geraten, die Arme ganz fest um den Oberkörper zu legen.

Die Maschine vom Typ 320 war am Donnerstag vermutlich nach einem Zusammenstoß mit einem Vogelschwarm etwa drei Minuten nach dem Start im eisigen Hudson-Fluss gelandet. Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder wurden aus dem sinkenden Wrack gerettet und überlebten. New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg bedankte sich überschwänglich bei dem Kapitän: „Dieser Pilot hat wunderbare Arbeit geleistet und es geschafft, dass mehr als 150 Menschen das Flugzeug lebend verlassen konnten“. Der Gouverneur des Staates New York, David Paterson, sagte in Anspielung an den Weihnachtsfilm „Das Wunder von der 34. Straße“: „Ich glaube, wir haben jetzt ein Wunder vom Hudson.“

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