Zahl des Tages
Königliche Kosten

60 Millionen Euro kostet Prinz Williams Hochzeit die Briten. Ein Schnäppchen.
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London/KölnGerade einmal 60 Millionen Euro kostet das heutige Hochzeitsspektakel für Prinz William und seine Kate. Warum bringt das die Monarchie-Gegner bloß so auf die Palme? 60 Millionen Euro sind in royalen Kreisen nun wirklich keine große Summe. Legt jeder der 1.900 geladenen Gäste in Westminister Abbey nur 28.000 Euro auf den Gabentisch, haben William und Kate die Kosten schon wieder drin. Für die illustre Gästeschar aus Adligen und Prominenten wie Elton John, den Beckhams, Guy Ritchie und Mr. Bean ist das doch ein Taschengeld.

Dumm nur, dass sich das royale Paar Geschenke verbittet, wahrscheinlich fürchten sie, am Ende mit 1.900 goldverzierten Toastern und diamantbesetzten Küchenmaschinen dazustehen und schließlich einen königlichen Flohmarkt veranstalten zu müssen. Deshalb muss die Queen jetzt sparen. Zum Empfang am Nachmittag dürfen nur noch 600 der Gäste mitkommen,  so muss sie weniger Canapes mit geräuchertem Lachs, Ententerrine und Wachteleiern auftischen. Zwei Gedecke spart sich die Queen auf jeden Fall, nämlich die für den syrischen Botschafter und den Kronprinzen von Bahrain. Die haben andere Probleme und schonen nebenbei das königliche Hochzeits-Budget.

Prinz William war schon bei der Verlobung auf Sparkurs: Er recycelte den Verlobungsring seiner Mutter und sparte so rund 85.000 Euro. Vorbildlich. Sparsam ist auch die Braut: Gerade einmal 55.000 Euro kostet die Blumendekoration, und ihre Eltern zahlen die 200.000 Euro Hotelkosten für die Middleton-Sippe selbst. In hohe Kosten hat sich eigentlich nur Premier David Cameron gestürzt: Weil er den Hochzeitstag zum Feiertag erklärte, muss er den 5000 Polizisten, die bei der Feier für Sicherheit sorgen, jetzt einen Zuschlag zahlen. Der zusätzliche Feiertag bremst das britische Wirtschaftswachstum um 0,1 Prozent, haben Spielverderber unter den britischen Ökonomen ausgerechnet.

Andererseits hat sich Cameron lukrative Einnahmequellen entgehen lassen: Rund 2,5 Milliarden Fans weltweit dürfen das Spektakel an den Fernsehbildschirmen umsonst verfolgen – die Bildrechte gab es gratis.

Ein paar Chancen bleiben dem Premier nun doch noch, um seine Kosten wieder reinzuholen: Wenn er beim Wettanbieter Ladbrokes mitspielt und zum Beispiel das Flitterwochen-Ziel errät. Oder wenn er darauf gewettet hat, welches Lied heute Abend für den ersten Tanz der Frischvermählten gespielt wird. Die Quoten für Abbas Klassiker Dancing Queen stehen elf zu eins, für den Song Time of my Life bekäme Cameron sogar das 15-fache seines Einsatzes. Bleibt für Großbritanniens Staatsfinanzen zu hoffen, dass nicht doch Stargast Elton John für das Prinzenpaar den Walzer spielt. Der würde das sicherlich aus alter Verbundenheit zum Königshaus umsonst machen. Er steht nur leider nicht auf der Wettliste.

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