Zehn Tote auf glatten Straßen
Väterchen Frost hat Deutschland im Griff

Am Dienstag beginnt zwar für die Meteorologen der Frühling, tatsächlich regiert in Deutschland aber der Winter weiter mit Eis und Schnee und bitterer Kälte.

HB HAMBURG. Am Wochenende starben mindestens zehn Menschen bei Verkehrsunfällen auf glatten Straßen. In den Alpen und den Mittelgebirgen kamen Skifahrer und Rodler voll auf ihre Kosten - und ein Ende des winterlichen Wetters ist nicht in Sicht. Mit frostigen Temperaturen bis minus 20 Grad stehen vielerorts die kältesten Nächte noch bevor.

Der schwerste Unfall ereignete sich auf schneeglatter Straße im nordbayerischen Landkreis Schweinfurt. Ein Vater und seine sechsjährigen Zwillingssöhne kamen ums Leben, als der 41-jährige wegen einer Schneewehe ins Schleudern geriet und auf der Gegenfahrbahn mit einem Wohnmobil zusammenstieß.

In Schleswig-Holstein starben zwei Autofahrer bei Unfällen, elf Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Auf der Autobahn 7 (Hamburg-Flensburg) rammte eine 20-jährige Fahrerin einen vorausfahrenden Autotransporter. Die Polizei schätzte den Schaden auf mehr als 100 000 Euro. Auch in Mecklenburg-Vorpommern kam es auf eisglatten Straßen zu zahlreichen Unfällen. Zwei Menschen kamen dabei ums Leben.

Klirrende Kälte herrschte auch in Nordrhein-Westfalen. Dort starben auf der Autobahn 40 bei Kerken zwei Niederländer, als ihr Auto bei Tempo 180 in Schleudern geriet. In Thüringen raste ein 20- Jähriger im Landkreis Nordhausen gegen einen Baum und starb. In Baden-Württemberg versanken Straßen und Autobahnen am Sonntag im Schnee. Es gab aber nur wenige schwere Unfälle.

Ungewöhnlich viel Schnee hat dem Harz am Wochenende einen Ansturm der Wintersportler wie schon lange nicht mehr beschert. An den Liften gab es Wartezeiten bis zu 45 Minuten. Alle Parkplätze waren belegt. Den meisten Schnee meldete Sonnenberg mit 95 Zentimetern. Über 90 Zentimeter gab es auch auf dem Kahlen Asten im Sauerland.

Der Winter 2004/05 war im Norden zu mild und im Süden zu kalt. Dies berichtete der Wetterdienst Meteomedia am Sonntag in einer vorläufigen Bilanz des am Montag (28. Februar) zu Ende gehenden meteorologischen Winters. Die Gesamtbilanz fällt für Sylt um zwei Grad zu warm aus, während der Winter in Augsburg im Vergleich zum langjährigen Mittel um ein Grad zu kühl war.

Die höchsten Temperaturen wurden in der ersten Januarhälfte gemessen: Im sächsischen Pirna war es am 8. Januar 16,6 Grad warm. Die bisher tiefsten Temperaturen gab es am 29. Januar im sächsischen Albstadt-Degerfeld mit minus 29,6 Grad, in Haidmühle in Bayern zeigte das Thermometer am 7. Februar minus 26,9 Grad an.

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