Zusätzlich zur Mehrwertsteuererhöhung
Bahnpreise steigen im neuen Jahr

Die Deutsche Bahn hält für alle Bahnreisenden ein Neujahrsgeschenk bereit. Zum Jahreswechsel werden Bahnfahrkarten in Deutschland teils deutlich teurer. Die Ticket-Preise steigen dabei zusätzlich zur Mehrwertsteuererhöhung.

HB BERLIN. Im Fernverkehr verlangt die Bahn im Durchschnitt 2,9 Prozent mehr, was zusammen mit der zu Beginn 2007 anstehenden Erhöhung der Mehrwertsteuer eine Erhöhung um durchschnittlich 5,6 Prozent bedeutet, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Auch im Regionalverkehr steigen die Preise um durchschnittlich 2,9 Prozent. Für Entfernungen unter 50 Kilometer kommt es aber zu keiner Erhöhung des ohnehin ermäßigten Mehrwertsteuersatzes von sieben Prozent. Anders sieht das bei Entfernungen bis 100 Kilometern aus. Dafür verteuern sich die Zeit- und Einzelkarten inklusive Mehrwertsteuererhöhung um insgesamt 3,9 Prozent. Die Bahn-Card-Kunden müssen nur eine Preisanhebung im Ausmaß der höheren Mehrwertsteuer zahlen. Bei der Jugend-Bahn-Card und bei Zusatzkarten übernimmt die Bahn diese sogar. Teurer werden zudem Platz-Reservierungen im Fernverkehr über den Kundenschalter, Fahrradkarten und der Sprinterzuschlag.

Als Grund für die Preisanhebungen nannte die Bahn vor allem höhere Rohstoff- und Energiepreise. „Die Marktpreise für Strom, Öl und Diesel sind binnen eines Jahres um bis zu 40 Prozent gestiegen“, sagte Bahn-Vorstandsmitglied Karl-Friedrich Rausch. Hinzu kämen Investitionen der Bahn für neue Züge und andere Modernisierungen von fast einer Milliarde Euro in den Jahren 2005 und 2008, die noch nicht in den Preisen berücksichtigt seien. Schließlich nannte das Unternehmen erhebliche Angebotsverbesserungen, wie deutlich niedrigere Fahrzeiten bei Fernverbindungen - etwa auf der Strecke Berlin-München - und schnellere Verbindungsfrequenzen.

Bahn nennt Preiserhöhungen "maßvoll"

Die Bahn hatte die Preise Mitte Dezember 2005 letztmalig erhöht. Gemessen daran und im historischen Vergleich liege man mit den angekündigten Anhebungen auf einem maßvollen Niveau, sagten Bahn-Vertreter. Insgesamt sei man nach den starken Preisreduzierungen in der Vergangenheit jetzt erst wieder auf dem Preisniveau von 2002. „Wir wissen, es ist nicht einfach, aber wir halten diesen Schritt für richtig“, sagte ein Firmensprecher. Das gelte auch für den Zeitpunkt der Erhöhung. Größere negative Folgen der angekündigten Preiserhöhungen bei den Kunden erwartet das Unternehmen nicht. Schließlich würden sich wegen der Mehrwertsteuererhöhung auch die Kosten für Konkurrenz-Verkehrsträger, speziell das Auto, erhöhen. Zudem sei die Bahn im Preisvergleich der Verkehrsträger attraktiv.

Die geplanten Preiserhöhungen im Regionalverkehr müssen nun von den zuständigen Länderministerien genehmigt werden. Allerdings betrachtet die Bahn das Genehmigungsverfahren, das sechs bis acht Wochen laufen könnte, eher als Formalie und rechnet nach eigenen Angaben nicht mit größeren Problemen.

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