5. Staffel „Game of Thrones“
„Es ist doch bloß ein Spiel“

Sonntag startet die fünfte Staffel vom wohl größten Epos dieser Jahre. Die TV-Produktion holt dann den Stand der Bücher ein. Wann liefert George RR Martin nach? Und warum ist „Game of Thrones“ so erfolgreich?
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Am Sonntag fallen für die Fans von „Game of Thrones“ Ostern und Weihnachten auf einen Tag: Nach rund einjähriger Wartezeit wird die neue Staffel im TV ausgestrahlt. Es ist eine koordinierte Weltpremiere, bei der auch deutsche Zuschauer zeitgleich dabei sein können, sofern sie ein Abo des Bezahlsenders Sky haben. Im Free-TV darf nach gehöriger Schonfrist die RTL-Gruppe zuschlagen. Wobei so mancher Fan womöglich schon Teile gesehen hat: Seit Jahren wird keine andere Serie so oft raubkopiert.

„Das Lied von Eis und Feuer“, so heißt das gedruckte Werk, dass der Serie zugrunde liegt, kommt auf 20 Millionen Bücher übersetzt in 40 Sprachen. Oft ist die Qualität von solch prominenten Werken strittig. George R. R. Martin ist dagegen über jeden Zweifel erhaben: Seine Fantasy-Welt ist bis ins Detail stimmig konstruiert. Seine Charaktere handeln glaubwürdig, plausibel und haben bei jeder ihrer Entscheidungen ein klares Motiv. So viel Nachvollziehbarkeit gibt es selten. Umso größer ist diese Leistung einzuschätzen angesichts der unglaublichen Zahl der Personen: Allein das Register am Ende der Bücher geht über rund 70 Seiten.

Und die TV-Produktion hat diese Qualität auf ihre Art halten können. Selbst sehr strenge Kritiker halten die Serie für das Beste, was derzeit im Fernsehen zu sehen ist: Spannung, famose Persönlichkeiten, tolle Bilder, reichlich Action und dazwischen Dialoge von einer Intensität, die nahezu einmalig ist für ein solches Format. Die Fans goutieren dies mit hohen Einschaltquoten, was dem produzierenden US-Bezahlsender HBO auch reichlich Lob eingebracht hat im Hinblick auf das hohe Risiko, das er eingegangen ist: Die Produktion war aufwendig und sehr teuer.

Es gibt viele Gründe, warum das „Das Lied von Eis und Feuer“ so beliebt ist. Ein wesentlicher ist, dass bei Georg R. R. Martin nicht alles gut ausgeht. Dass das Böse immer wieder siegt. Und noch viel besser: dass es eigentlich gar keinen Unterschied gibt zwischen Gut und Böse. Im Buch noch deutlicher als in der TV-Serie gelingt es dem Autor durch seine Perspektivwechsel, dem Leser die Sicht aller relevanten Personen klarzumachen. Wer eben noch Fiesling war, für den entwickelt man 25 Seiten später Verständnis. Der Mensch ringt mit sich selbst.

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