Ab Sonntag wieder Krimi-Zeit

Was Tatort-Fans nach der Sommerpause erwartet

Für Hardcore-„Tatort“-Fans ist der Sommer die schlimmste Zeit des Jahres. Wochenlang gibt es keine neue Folgen zu sehen. Damit ist es jetzt vorbei. Ein Abschied, ein besonderes Jubiläum und viele neue Fälle stehen an.
Die beiden Tatort-Kommissare spielen den Jubiläums-Tatort. Quelle: dpa
Axel Milberg und Maria Furtwängler

Die beiden Tatort-Kommissare spielen den Jubiläums-Tatort.

(Foto: dpa)

BerlinFür „Tatort“-Fans hat das Warten ein Ende. Am Sonntag geht es nach der Sommerpause zur gewohnten Zeit nach der Tagesschau mit der ersten neuen Folge der ARD-Krimireihe weiter. Die Zeit der Wiederholungen ist vorbei. Als erstes nehmen die Kommissare aus Köln Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) die Ermittlungen wieder auf. Und das gleich in einem Fall, in dem bei einem Doppelmord Mutter und Sohn umgebracht wurden. Neue Fälle gibt es dann wieder Sonntag für Sonntag, neue Ermittlerteams in diesem Jahr aber erst einmal nicht. Einige Veränderungen stehen aber an.

Der zweite neue „Tatort“ nach der Sommerpause kommt am 28. August aus Stuttgart. Es ist der 19. Fall des Ermittler-Duos Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare). Diesmal geht es ums Thema Big Data und totale Überwachung. Und um den Tod einer jungen Schauspielschülerin, die nebenbei nicht nur bei einem Escort-Service, sondern auch bei einem Softwarehersteller gearbeitet hat. Und dessen Programmierer haben eine Software entwickelt, die aus den über eine Person gesammelten Daten Prognosen über das künftige Verhalten trifft. Klingt nach Science Fiction und George Orwell? Stimmt, soll es auch.

Das Tatort-Jahr
Erfurt-Aus
1 von 16

Das Jahr 2015 begann im „Tatort“-Kosmos mit einem Knall. Am 7. Januar verkündete der MDR, dass sich das junge Erfurter Trio nach zwei Folgen auflöse. Zwei Hauptdarsteller, Friedrich Mücke und Alina Levshin, stiegen aus. Die beiden Krimis („Kalter Engel“, „Der Maulwurf“) waren bei der Kritik durchgefallen. Das MDR-Team Weimar – Nora Tschirner und Christian Ulmen – läuft aber weiter.

Ulrich Tukur
2 von 16

Nach dem Grimme-Preis-ausgezeichneten Western-Krimi „Im Schmerz geboren“ (2014) mit Leichenrekord sahen viele auch im Folgekrimi „Wer bin ich?“ (27.12.) – mit Ulrich Tukur als Felix Murot – den experimentierfreudigsten „Tatort“ des Jahres. In dem selbstbezüglichen „„Tatort“-im-„Tatort““-„Tatort“ wirkte auch Martin Wuttke mit, dessen Leipzig-„Tatort“ im April endete. Und genau darüber redet er auch in dem vielschichtigen Film.

Drei neue Teams 2015
3 von 16

Im März startete in Berlin das RBB-Duo Meret Becker (als Nina Rubin) und Mark Waschke (als Robert Karow). Die Geschichte des rätselhaften und wohl schwulen, zumindest bisexuellen Karow wird bis zum vierten Fall Ende 2016 erzählt. Im April lief erfolgreich der erste Franken-„Tatort“ mit Dagmar Manzel (als Paula Ringelhahn) und Fabian Hinrichs (als Felix Voss) vom BR. Im Mai legten dann in Frankfurt Margarita Broich (als Anna Janneke) und Wolfram Koch (als Paul Brix) los - Gastrollen hatten die beiden neuen Frankfurt-Stars im anderen HR-„Tatort“ bei Tukur Ende Dezember.

Horizontales Erzählen
4 von 16

Es scheint im ARD-Sonntagskrimi – auch beim „Polizeiruf 110“ – den Trend zu geben, nicht mehr klassisch in sich geschlossen (vertikal) erzählen zu wollen, sondern über mehrere Folgen hinweg (horizontal). Besonders ausgeprägt ist das bei Berlin, aber auch in Dortmund und Hamburg. Das orientiert sich am Prinzip gefeierter US-Serien, kann aber beim „Tatort“, wo die Fortsetzung Monate auf sich warten lässt, überfordernd bis unpassend wirken.

Quoten-Auf-und-Ab
5 von 16

Die Schweizer Episode „Schutzlos“ hatte am sehr heißen 5. Juli mit wenig mehr als sechs Millionen Zuschauern die schwächste Einschaltquote seit fünf Jahren. Das Team aus Münster erreichte dafür mit „Schwanensee“ (8.11.) und fast 14 Millionen Zuschauern die beste „Tatort“-Quote seit 1992.

Gleiche Themen
6 von 16

Ähnliche Storys gibt es immer wieder. Auffällig waren 2015 beispielsweise Drogendealer und Flüchtlinge aus Afrika – in Luzern („Schutzlos“, 5.7.) und Dortmund („Kollaps“, 18.10.).

Gleiche Schauspieler
7 von 16

Oft kehrten 2015 Gesichter in Nebenrollen wieder. Uwe Bohm etwa tauchte im Februar zwei Wochen hintereinander auf: am Bodensee und in Leipzig (8. und 15.2.), Emily Cox (in der Mitte sitzend) war sogar dreimal vertreten: Dortmund (11.1.), Frankfurt (17.5.), Wien (7.6.).

Auch der „Tatort“ aus Münster setzt regelmäßig auf Drehbücher, die sich nicht ans 0815-Krimi-Schema halten. Gerade das wissen Millionen von Fans zu schätzen. Axel Prahl als Kommissar Frank Thiel und Jan Josef Liefers als der exzentrische Rechtsmediziner Professor Karl-Friedrich Boerne gehen am 25. September zum ersten Mal nach der Sommerpause wieder auf Verbrecherjagd. Bereits in der Woche davor ist der erste neue „Tatort“ aus der Schweiz zu sehen.

Ein besonderes Jubiläum steht im Spätherbst an: Dann kommt der 1000. „Tatort“ ins Fernsehen. Maria Furtwängler als Kommissarin Charlotte Lindholm aus Hannover und Axel Milberg als ihr Kieler Kollege Klaus Borowski ermitteln darin gemeinsam. Der Titel lautet „Taxi nach Leipzig“. Das ist natürlich kein Zufall, wie Fans sofort wissen: So hieß auch der legendäre erste „Tatort“ 1970 mit dem NDR-Kommissar Paul Trimmel (Walter Richter).

Jubiläums-Tatort wird voraussichtlich im November ausgestrahlt
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Ab Sonntag wieder Krimi-Zeit - Was Tatort-Fans nach der Sommerpause erwartet

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%