Berlinale

Boom der TV-Serien bei Filmfestspielen

Ob „Borgen“ oder „Breaking Bad“ – der Stoff für Serienfans kam über Jahre aus dem Ausland. Jetzt will das deutsche Fernsehen aufholen: Bei der Berlinale werden in geballter Form aufwendig produzierte Serien vorgestellt.
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Für Fans gibt es nun den Nachfolger: In „Better Call Saul“ geht es um den schmierigen Anwalt Saul Goodman. Quelle: ap
„Breaking Bad“-Hauptdarsteller Bryan Cranston (l.) und Aaron Paul

Für Fans gibt es nun den Nachfolger: In „Better Call Saul“ geht es um den schmierigen Anwalt Saul Goodman.

(Foto: ap)

BerlinTom Tykwer verfilmt die Krimis von Bestsellerautor Volker Kutscher. Die Politsatire „Eichwald“ spielt im Bundestag. „The Club“ soll eine Geschichte aus dem Berliner Nachtleben erzählen. Deutschland geht bei der Serienproduktion auf Aufholjagd – jahrelang kam der Stoff für DVD-Abende aus den USA, England oder Dänemark.

Der Boom vom aufwendigen Fernsehen ist noch nicht vorbei: Gerade hat Amazon Altmeister Woody Allen für einen Mehrteiler gewonnen, ein Coup.

Die Berlinale zeigt erstmals Serien in geballter Form. In der Jury des offiziellen Wettbewerbs sitzt der amerikanische TV-Guru Matthew Weiner („Mad Men“). Tykwer dürfte beim Festival einen erhöhten Adrenalin-Spiegel haben. Er geht beim Filmmarkt auf die Suche nach internationalen Partnern für das Projekt „Babylon Berlin“ (ARD/Sky), das in den 20er Jahren spielt.

„Fernsehen ist der neue Film“, sagt die britisch-amerikanische Schriftstellerin Anna Winger. Mit ihrem Mann Jörg Winger hat sie die Serie „Deutschland 83“ geschrieben, die gemeinsam mit Nico Hofmann (Ufa Fiction) für RTL produziert wurde. Sie soll nach der Festivalpremiere im Herbst im Fernsehen laufen.

Was im Fernsehen alles nervt
Neues "Tagesschau"-Studio
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Platz 20: Große Hintergrundbilder in der Tagesschau

Zehn Prozent der Befragten stört das neue Studio der Tagesschau. Die großen Hintergrundbilder sorgen hier für Ärgernis. Gegen Angelina Jolies Synchronsprecherin, die um Punkt 20 Uhr die Tagesschau einläutet, haben die Befragten allerdings nichts einzuwenden.

Im Auftrag der Programmzeitschrift „Auf einen Blick“ hat TNS Emnid die Umfrage durchgeführt. 1004 Teilnehmer wurden befragt.

Medienwissenschaftler kritisiert Fußballübertragungen
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Platz 19: Jedes Fußballspiel wird live übertragen

Während Fußballfans darüber wahrscheinlich jubeln, stört es 20 Prozent der Befragten, dass jedes Fußballspiel kompromisslos übertragen wird und damit andere Sendungen zur gewohnten Sendezeit verdrängen.

Kinder vor Fernsehen
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Platz 18: Kurzfristige Programmänderungen

27 Prozent der Befragten ärgern sich darüber, dass Fernsehprogramme gerne kurzfristig geändert werden. Man wolle wohl lieber ein Programm, auf das man sich verlassen könne.

"Tatort"
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Platz 17: Oft ähnliche Tatort-Fälle

Der „Tatort“ hat viele Fans – das steht fest. Doch 30 Prozent der Befragten ärgert es, dass sich die Kriminalfälle anscheinend zu sehr ähneln.

Verband erwartet künftig mehr Bezahl-Fernsehen
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Platz 16: Programmtipps im Fernsehbild

Im Fernsehen läuft ein Film und mitten drin verdeckt plötzlich eine bewegte Programm-Werbung fast die Hälfte der Mattscheibe: Das empfinden 34 Prozent der Befragten als störend.

Aufregung um «Entgleisung» von ZDF-Moderatorin
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15. Platz: Gerede der Fußballkommentatoren

Ganze 40 Prozent stört das penetrante Gequassel der Fußballkommentatoren. Manch einer wünscht sich, einfach nur das Spiel zu sehen, ohne sich wissenschaftliche Analysen und Streitdiskussionen anhören zu müssen.

ZUSCHAUER ILONA CHRISTEN
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Platz 14: Geklatsche in Shows

41 Prozent der Befragten regen sich über Klatscheinsätze des Publikums auf. Die inszenierte Euphorie bei Witzen seitens des Moderators nervt sie ganz schön.

Jonas Nay spielt die Hauptrolle, einen jungen DDR-Spion mit brisanter Mission in Bonn. Das Jahr 1983 hat Winger nicht nur wegen der damaligen Alltagskultur um Nena und 99 Luftballons interessiert, sondern auch, weil es nah ist und ein historisch wichtiges Jahr war. „Man kann 1983 als den Anfang der Wiedervereinigung sehen.“

Kennzeichen von ambitionierten Serien: Wie bei „Borgen“ oder den „Sopranos“ sollen sich die Figuren entwickeln und die Episoden fortlaufende Kapitel sein. Wer auf einer Berlinale-Party mitreden will: Die TV-Leute sagen dazu „character-driven“ und „horizontal erzählt“.

Filmmarkt-Direktor Matthijs Wouter Knol hat einen Trend beobachtet: „Ganz spannend fand ich, dass sich die Serien mit sehr aktuellen Themen befassen: Rechtsradikalismus, Attentaten, Geheimdiensten oder mit der Energieindustrie und was dort hinter den Kulissen passiert.“

Neues „Borgen“, neues „Breaking Bad“
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