David Letterman
Letzter Auftritt für die Talk-Ikone

Wie kein anderer Moderator prägte Talk-König David Letterman den späten Fernsehabend in den USA. Jetzt geht der 68-Jährige in den Ruhestand - und treibt damit den Generationenwechsel in der Late-Night-Szene weiter voran.
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New YorkDie Nachricht kam per Telefon, kurz vor Beginn der Aufzeichnung einer „Late Show With David Letterman“. „Es war großartig“, sagte Moderator Letterman zum Chef des TV-Senders CBS, Leslie Moonves. „Aber ich gehe in den Ruhestand.“ Rund ein Jahr später macht der Star-Moderator seine Ankündigung am Mittwoch (20. Mai) wahr: Nach mehr als 30 Jahren führt die Late-Night-Ikone ein letztes Mal durch die Show.

Mehr als 6000 Stunden Sendung hat Letterman in all der Zeit produziert und blieb dabei stets stoisch ruhig, unendlich höflich und trocken witzig - auch wenn um ihn herum Madonna fluchte, Drew Barrymore auf den Tisch sprang und ihr T-Shirt lüftete und Julia Roberts ihm einen Kuss auf den Mund gab.

Nicht nur die Amerikaner - auch Letterman selbst wird bei dem Gedanken an einen Abend ohne die Show „extrem melancholisch“, wie der 68-Jährige jüngst der „New York Times“ sagte. „Es wird eines von beidem sein: Entweder werde ich wie ein Erwachsener die Veränderung vernünftig akzeptieren. Oder ich werde zum Kriminellen.“

Schon bei der Ankündigung seines Abschieds hatten Dutzende Prominente und sogar US-Präsident Barack Obama das öffentlich bedauert. „Fernsehen wird nicht mehr dasselbe ohne dich sein“, hatte Moderatoren-Kollegin Ellen DeGeneres getwittert und Late-Night-Show-Konkurrent Jimmy Kimmel hatte sich via Twitter verbeugt: „David Letterman ist der Beste, den es gibt und den es je gab.“

Das Talk-Urgestein Letterman hat alles erreicht, was man in seiner Branche erreichen kann: Nach kleineren Jobs bei Radio, Fernsehen und als Comedian war er mehr als 30 Jahre lang Moderator einer Late Night Show, seit 1993 der „Late Show With David Letterman“ bei CBS. Er hatte alle Stars zu Gast, erfand Dutzende von heute allgegenwärtigen Show-Rubriken, gewann zahlreiche Auszeichnungen und prägte den späten Fernsehabend in den USA wie kein anderer. Auch die Oscars und die Emmys moderierte Letterman jeweils einmal und gilt als einer der originellsten und kreativsten Köpfe der Branche.

In den USA wird Letterman vor allem auch sein Auftritt nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in New York hoch angerechnet. Als erster Moderator kehrte er mit seiner Sendung schon sechs Tage später auf den Bildschirm zurück und sprach tief bewegt über das Erlebte. Damit habe er dem Land die Freiheit zu lachen wiedergegeben, schrieb die „New York Times“. „Wenn man es zuvor nicht geglaubt hat, muss man es jetzt auf jeden Fall glauben“, sagte Letterman damals. „New York City ist die großartigste Stadt der Welt.“

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