David Letterman

Letzter Auftritt für die Talk-Ikone

Wie kein anderer Moderator prägte Talk-König David Letterman den späten Fernsehabend in den USA. Jetzt geht der 68-Jährige in den Ruhestand - und treibt damit den Generationenwechsel in der Late-Night-Szene weiter voran.
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Der unberechenbare Letterman tritt ab
Ein Auftritt 1991
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Die „Late Show with David Letterman“ (seit 1993) ist fast Geschichte, am heutigen Mittwoch wird die letzte Show gesendet. Nach Jay Leno beendet damit bereits die zweite große Late-Night-Institution der USA ihre Karriere – im Unterschied zu Leno verlässt Letterman die Bühne aber freiwillig. Der 1947 in Indianapolis geborene TV-Star kann auf eine mehr als 30 Jahre lange Late-Night-Karriere zurückblicken. Kein anderer Moderator hat länger eine Late-Night-Show geführt als Letterman.

David Letterman
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Wenn er bis dahin alle vorgesehenen Auftritte absolviert, wird er insgesamt 6028 Ausgaben der CBS-„Late Show“ und des NBC-Vorgängers „Late Night“ moderiert haben. „Es wird schwer sein, sich zu verabschieden“, sagte CBS-Chef Leslie Moonves laut einer Mitteilung, die der Sender verbreitete. Letterman selbst nimmt sich derweil selbst auf die Schippe: „Paul und ich können nun heiraten“, sagte er scherzhaft in Richtung von Musiker Paul Shaffer, der Letterman in den Sendungen seit Jahrzehnten zur Seite steht.

Tom Hanks bei Letterman
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Zum Abschied war am Montag unter anderem Tom Hanks bei der Talkshow-Legende zu Gast. Und weil der unbedingt ein Erinnerungs-Selfie mit Letterman haben wollte, kam er zum Genuss einer Selfie-Stangen-Premiere. Denn Hanks machte die diversen Selbstpoträts, die Letterman auf seinem Twitter- und Instagram-Account veröffentlichte, mit diesem Hilfsmittel, das der Fast-Rentner offenbar noch nicht kannte.

Tom Hanks macht Selfies
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Tom Hanks machte gleich mehrere Selfies – auch mit der Band der Late Night Show. Den größten Vorteil des Selfie Sticks erkannte der Talkmaster dann auch gleich in der Tatsache, dass die Bilder so aussehen würden, als hätte ein anderer sie gemacht. „Was gut für dich ist, Dave, weil es bedeuten würde, dass du mit einem Freund im Urlaub bist“, erklärte Hanks laut „People.com“.

David Letterman, Bill Murray
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Mit ihm hat alles angefangen. 1982 war der Schauspieler Bill Murray Lettermans erster Gast in seiner Tonight Show, die als Vorprogramm für Johnny Carsons Late Night-Show diente. Schon damals galt Letterman als unberechenbar. Mit seinen Sidekicks brachte er seine Gäste regelmäßig zum Lachen.

Late-Night-Show
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Nach Carsons Abgang galt Letterman als heißer Favorit für die Nachfolge des damals bekanntesten Late-Night-Moderators der USA. Doch überraschend bekam Jay Leno 1992 den Vorzug beim US-Sender NBC. Enttäuscht beendete Letterman die Zusammenarbeit mit NBC und wechselte 1993 zu CBS, wo er seine eigene Late-Night-Show bekam und bis zu seinem Karriere-Ende bleiben wird. Die „Late Show with David Letterman“ konnte zwar nicht mit den Zuschauerzahlen des Konkurrenten Leno mithalten, von den Kritikern bekam Letterman allerdings regelmäßig Bestnoten.

Sein Erfolg
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Der Erfolg wurde mit zahlreichen Emmy-Nominierungen belohnt. Insgesamt wurde Lettermans Show rund 67 Mal für den Fernsehpreis nominiert. Gewinnen konnte er ihn insgesamt vierzehn Mal. In seiner bis dato 32-jährigen Late-Night-Karriere wurden knapp 6000 Sendungen des Formats produziert. Der deutsche Kabarettist Harald Schmidt nahm Letterman als Vorbild für seine eigene Late-Night-Show.

New YorkDie Nachricht kam per Telefon, kurz vor Beginn der Aufzeichnung einer „Late Show With David Letterman“. „Es war großartig“, sagte Moderator Letterman zum Chef des TV-Senders CBS, Leslie Moonves. „Aber ich gehe in den Ruhestand.“ Rund ein Jahr später macht der Star-Moderator seine Ankündigung am Mittwoch (20. Mai) wahr: Nach mehr als 30 Jahren führt die Late-Night-Ikone ein letztes Mal durch die Show.

Mehr als 6000 Stunden Sendung hat Letterman in all der Zeit produziert und blieb dabei stets stoisch ruhig, unendlich höflich und trocken witzig - auch wenn um ihn herum Madonna fluchte, Drew Barrymore auf den Tisch sprang und ihr T-Shirt lüftete und Julia Roberts ihm einen Kuss auf den Mund gab.

Nicht nur die Amerikaner - auch Letterman selbst wird bei dem Gedanken an einen Abend ohne die Show „extrem melancholisch“, wie der 68-Jährige jüngst der „New York Times“ sagte. „Es wird eines von beidem sein: Entweder werde ich wie ein Erwachsener die Veränderung vernünftig akzeptieren. Oder ich werde zum Kriminellen.“

Schon bei der Ankündigung seines Abschieds hatten Dutzende Prominente und sogar US-Präsident Barack Obama das öffentlich bedauert. „Fernsehen wird nicht mehr dasselbe ohne dich sein“, hatte Moderatoren-Kollegin Ellen DeGeneres getwittert und Late-Night-Show-Konkurrent Jimmy Kimmel hatte sich via Twitter verbeugt: „David Letterman ist der Beste, den es gibt und den es je gab.“

Das Talk-Urgestein Letterman hat alles erreicht, was man in seiner Branche erreichen kann: Nach kleineren Jobs bei Radio, Fernsehen und als Comedian war er mehr als 30 Jahre lang Moderator einer Late Night Show, seit 1993 der „Late Show With David Letterman“ bei CBS. Er hatte alle Stars zu Gast, erfand Dutzende von heute allgegenwärtigen Show-Rubriken, gewann zahlreiche Auszeichnungen und prägte den späten Fernsehabend in den USA wie kein anderer. Auch die Oscars und die Emmys moderierte Letterman jeweils einmal und gilt als einer der originellsten und kreativsten Köpfe der Branche.

In den USA wird Letterman vor allem auch sein Auftritt nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in New York hoch angerechnet. Als erster Moderator kehrte er mit seiner Sendung schon sechs Tage später auf den Bildschirm zurück und sprach tief bewegt über das Erlebte. Damit habe er dem Land die Freiheit zu lachen wiedergegeben, schrieb die „New York Times“. „Wenn man es zuvor nicht geglaubt hat, muss man es jetzt auf jeden Fall glauben“, sagte Letterman damals. „New York City ist die großartigste Stadt der Welt.“

Viel mehr Zeit für die Familie
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