Deutscher Fernsehpreis: Unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Deutscher Fernsehpreis
Unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Die Granden der TV-Branche haben sich am Mittwoch zur Verleihung der deutschen Fernsehpreise getroffen. Kurios: Im Fernsehen war die Veranstaltung nicht zu sehen. Die Gala feierte vor allem die Öffentlich-Rechtlichen.

DüsseldorfNach der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises dürfte das diesjährige Format wieder zur Debatte stehen. Die Auszeichnung wurde am Mittwoch in Düsseldorf das erste Mal ohne Fernsehübertragung und im Kreise der TV-Branche vergeben. Selbst die Moderatorin des Abends und Preisträgerin (beste Moderation Unterhaltung), Barbara Schöneberger, spottete. „Es ist einfach alles neu heute Abend“, sagte sie. „Wir können alles machen, was wir schon immer mal machen wollten im Fernsehen.“

Gewinner des Abends: das vielfach ausgezeichnete ZDF, die ARD-Literaturverfilmung „Nackt unter Wölfen“ und die Vox-Serie „Der Club der roten Bänder“, die den Alltag mehrerer Jugendlicher in einem Krankenhaus darstellt. „Für uns ist heute Abend ein großer Traum wahr geworden“, sagte „Bänder“-Schauspieler Damian Hardung. Bester Schauspieler wurde Jonas Nay („Deutschland 83“, „Tannbach“).

Als beste Schauspielerin wurde Ina Weisse geehrt („Ich will Dich“). Auch Jan Böhmermanns „Neo Magazin Royale“ (Beste Unterhaltung Late Night), „Die Anstalt“ (Beste Comedy/Kabarett) und „Joko und Klaas - Das Duell um die Welt“ (Beste Unterhaltung Primetime) wurden mit Preisen ausgezeichnet.

Enthüllungsjournalist Günter Wallraff (73), Ehrenpreisträger in diesem Jahr, zeigte sich zwiegespalten über die Auszeichnung für sein Lebenswerk: „Da erschrickt man erstmal. Ich hatte bislang gedacht, ich hätte mich nicht aufs Altenteil gesetzt.“ Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) würdigte ihn. „Sie machen Mut, Ungerechtigkeiten klar zu benennen“, sagte sie. „Manchmal muss man unbequem sein, um für Ziele zu kämpfen.“

Eher enttäuschend war das Abschneiden des historischen Sat.1-Krimis „Mordkommission Berlin 1“ mit Friedrich Mücke: nominiert in sechs Kategorien und ausgezeichnet für Ausstattung und Musik.

An der Form der Neuauflage gab es auch auf Twitter: „Wenn ich mir die Liste der Preiträger beim #DFP16 so anschaue, weiß ich zumindest, warum keine Sender das übertragen wollte“, schrieb ein Nutzer.

Stifter des Deutschen Fernsehpreises sind die Senderchefs der ARD, vom ZDF sowie von RTL und ProSiebenSat.1.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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