Die Serie „Moni's Grill“ startet : Derbe Kost aus München

Die Serie „Moni's Grill“ startet
Derbe Kost aus München

Der Regisseur Franz Xaver Bogner setzt in seiner neuen Serie starke Frauenfiguren in Szene. Derbe bayerische Sprüche sind dabei inklusive. Und nicht nur am Grill sind Experimente erlaubt.

München„Zefünferl jetzt ist die ganze Soß im Arsch“, grantelt Köchin Toni aus der Küche und schleudert den Kochlöffel weg. Das fiktive Lokal „Moni's Grill“ am Münchner Viktualienmarkt ist Schauplatz eines skurrilen, bayerischen Familienunternehmens – oder besser: Frauenunternehmens. Denn was man als Zuschauer in der neuen, gleichnamigen Serie von Franz Xaver Bogner serviert bekommt, geht weit über Braten und Knödel hinaus – es geht nicht zuletzt um die derben bayerischen Sprüche der lebensfreudigen Wirtin Moni Schweiger (Monika Gruber) und ihrer temperamentvollen Schwester und Köchin Toni (Christine Neubauer) sowie ihrer sarkastischen Mutter Christa (Sarah Camp), die die Fäden in der Hand hält.

Die Serie startet an diesem Donnerstag (22. September, 23.30 Uhr) im Ersten. Die Folgen sind außerdem freitags um 19.30 Uhr im BR Fernsehen zu sehen. Wie so oft in Bogners Werk übernehmen auch diesmal starke Frauen die Führung. „Ich halte Männer für viel schwächer“, sagte der Regisseur der Deutschen Presse-Agentur anlässlich der Fernsehpremiere, „deshalb wirken sie auch oft so komisch“. Frauen zeichneten sich bei ihm zumeist durch charakterliche Stärke, Kraft, Mut und Abenteuerlust aus, sagte Bogner. Diese Eigenschaften spiegeln sich auch in der Wahl der Schauspielerinnen wider.

Denn die Serie ist kein Zufallsprodukt, sie ist entstanden aus einer jahrelangen Zusammenarbeit zwischen dem Regisseur Bogner und den drei Schauspielerinnen, die schließlich Bogners Vorbilder für ihre eigenen Rollen wurden. In Bogners Polizistenserie „München 7“ waren Gruber, Neubauer und Camp ebenfalls vertreten. „Moni's Grill“ spielt mit ihrer derben, direkten und manchmal komischen Art, mit der die Frauen Drohungen des Vermieters, des Finanzamts und anderen Problemen in der Münchner Gastronomie begegnen. Doch das eigentliche Kernstück der Serie gipfelt in einem Formatwechsel: von der Fiktion zum Talk.

In jeder Folge ist ein anderer Prominenter zu Gast, den Moni beim Essen interviewt. Doch selbst in diesen Szenen ist die Grenze zwischen Inszenierung und Interview schwer nachzuvollziehen, wechseln sich doch Spiel und ernsthaftes Gespräch stets ab – und selbst der Talk ist gewissermaßen Show. Dieses Verschwimmen der Grenze zwischen Fiktion und Talk, zwischen Drehbuch und freiem Gespräch, sei ausdrücklich erwünscht, so Bogner. Genau diese „angenehm merkwürdige Mischung zwischen dem, was tatsächlich Fiktion ist und dem, was echt ist“ habe er ausprobieren wollen, sagte der Regisseur.

„Moni's Grill“ zeigt ein München mit vielen Klischees, aber auch sehr realistischen Facetten, etwa bayerischem Humor und Grantlerei, Mietpreiserhöhungen und Geldnöten von gastronomischen Familienbetrieben. Ob Bogner glaube, dass die bayerische Art und der bayerisch-münchnerische Dialekt im Ersten gut ankomme? „Keine Ahnung“, sagte der Regisseur. „Vieles an „Moni's Grill“ ist Risiko.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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