Erfolgsserie aus Ghana

Afrikas Antwort auf „Sex and the City“

Eine Fernsehserie aus Westafrika über Sex, Liebe und Geld wird zum weltweiten Hit. „An African City“ schildert das Leben der Elite - und wendet sich damit gegen Afrika-Klischees von Krise, Krieg und Katastrophe.
Die Serie schildert das Leben der Elite – und wendet sich damit gegen Afrika-Klischees von Krise, Krieg und Katastrophe. Im Bild: Die Erfinderin der Serie, Nicole Amarteifio. Quelle: dpa
„An African City“

Die Serie schildert das Leben der Elite – und wendet sich damit gegen Afrika-Klischees von Krise, Krieg und Katastrophe. Im Bild: Die Erfinderin der Serie, Nicole Amarteifio.

(Foto: dpa)

AccraSie sind glamourös, schön, erfolgreich und auf der Suche nach dem Mann ihrer Träume. Wer hier an die amerikanische Erfolgsserie „Sex and the City“ denkt, liegt richtig und doch falsch. Denn diese Szenen spielen nicht in New York, sondern in Ghanas Hauptstadt Accra, einem der wirtschaftlichen Hotspots Westafrikas.

Die Freundinnen Nana Yaa, Makena, Zainab, Ngozi und Sade sind im Ausland aufgewachsen und haben an Top-Universitäten in Europa und Amerika studiert. Als junge Frauen kehren sie zurück nach Ghana, wo sie mit der Kluft zwischen ihrer westlichen Erziehung und ihren afrikanischen Wurzeln konfrontiert werden.

In teuren Restaurants und schicken Bars schlürfen sie Cocktails, gehen zusammen shoppen oder zur Maniküre – und immer quatschen sie dabei über Liebe, Männer und Geld. Und natürlich Sex. Viel Sex.

„An African City“ ist eine schamlose Adaption der amerikanischen Erfolgsserie, wenn auch mit einem Bruchteil des Budgets gefilmt. Bei genauem Hinsehen gibt es noch einen wichtigen Unterschied zwischen Original und Kopie: Die ghanaische Version webt geschickt eine gute Portion Sozialkritik in die Handlung.

„Es geht vor allem um Spaß, aber jede Episode enthält auch etwas Entwicklungspolitisches“, erklärt Drehbuchautorin und Produzentin Nicole Amarteifio, die einst für die Weltbank arbeitete.

Die Clique klagt über regelmäßige Stromausfälle. Sade weigert sich, Zollbeamte zu bestechen. Makena wird Opfer eines Date-Rapes. Eine Kosmetikerin empfiehlt Zainab bleichende Hautcremes zur „Verschönerung“ ihrer Teints.

„Die Zuschauer finden gut, dass afrikanische Frauen auf neue, frische Weise dargestellt werden“, sagt Amarteifio und gibt zu, dass die Handlung sich auch an ihrem eigenen Leben orientiert.

Keine kassiert so viel wie Jennifer Lawrence
Gleiche Trophäe, unterschiedliche Bezahlung
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Jahr für Jahr veröffentlicht das US-Magazin Forbes die Liste der bestbezahlten Schauspieler. Dass die Rankings nach Männern und Frauen getrennt werden, hat einen einfach Grund: Es zeigt das starke Einkommensgefälle. Denn während bei den Herren ein Jahressalär von rund 30 Millionen kaum reicht, in die Top Ten zu kommen, genügen bei den Frauen schon gut zehn Millionen. Wir zeigen zunächst das Ranking der bestbezahlten Schauspielerinnen.

Platz 10: Deepika Padukone
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Mit einem Verdienst von knapp zehn Millionen Dollar schaffte es die indische Bollywood-Schauspielerin Deepika Padukone in diesem Jahr auf den zehnten Platz. Im Jahre 2007 erschien der erfolgreiche Hindi-Film „Om Shanti Om“. Padukone spielte dort erstmals die weibliche Bollywood-Hauptrolle und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet. Ihren internationalen Durchbruch erlebte die 30-Jährige als neues Gesicht der Kosmetikmarke Maybelline.

Platz 9: Mila Kunis
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Rund eine Million Dollar mehr auf dem Konto als ihre indische Schauspielkollegin beschert Mila Kunis den neunten Platz. Die in der heutigen Ukraine geborene US-Amerikanerin wurde durch ihre Rolle als Jackie in „Die wilden Siebziger“ bekannt. In den vergangenen zwölf Monaten verdiente Kunis ihr Geld vor allem mit den Hauptrollen in „Jupiter Ascending“ und dem hierzulande im kommenden September startenden Film „Bad Moms“.

Platz 8: Julia Roberts
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Ein Hollywood-Dauerbrenner befindet sich mit Einnahmen von rund 12 Millionen Dollar auf Platz 8. Julia Roberts ist seit ihrer Rolle in „Pretty Woman“ (1990) weltberühmt und führte die Liste der bestbezahlten Schauspielerinnen im Jahre 2005 bereits einmal an. Zu ihren aktuellsten Filmauftritten zählen „The Secret in Their Eyes“ und „Money Monster“.

Platz 7: Amy Adams
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Mit 13,5 Millionen Dollar auf dem siebten Rang befindet sich Amy Adams. Die gebürtig aus Italien stammende Schauspielerin erlangte vor allem durch Filmauftritte in Komödien Bekanntheit und war bis heute bereits fünf Mal für den Oscar nominiert. Zum wohl wichtigsten Auftritt der vergangenen zwölf Monate zählt die Rolle der Lois Lane in „Batman v Superman: Dawn of Justice“.

Platz 6: Charlize Theron
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Auf dem Konto von Charlize Theron gingen im vergangenen Jahr rund 16,5 Millionen Dollar ein. Die Südafrikanerin war lange Zeit auf die Rolle als schöne Frau an der Seite des männlichen Hauptdarstellers fixiert. Im Film „Monster“ aus dem Jahre 2003 spielte sie jedoch die Serienmöderin Aileen Wuornos und erhielt dafür einen Oscar sowie Golden Globe. Seither gehört sie zu den bestbezahlten Schauspielerinnen und befindet sich in diesem Jahr auf dem sechsten Rang.

Platz 5: Fan Bingbing
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Die chinesische Schauspielerin Fan Bingbing ist die zweite von zwei Hollywood-externen Akteurinnen und kann auf einen Verdienst von 17 Millionen Dollar blicken. Ihre ersten Erfahrungen vor der Kamera sammelte die Schauspielerin und Sängerin im Jahre 1998 in der Fernsehserie „My Fair Princess“. Der Film „Cell Phone“ ist der meistverkaufte Film des Jahres 2003 in China. Fan spielte dort die Hauptrolle. Außerhalb ihres Heimatlandes war sie 2014 in „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ als Mutantin Blink zu sehen.

Die 34-Jährige wurde in Ghana geboren, wuchs aber in London und den USA auf. Im Jahr 2012 kehrte sie zurück nach Accra. Das Drehbuch für „An African City“ schrieb sie in ihrer Freizeit, nachdem sie sich an einem verregneten Wochenende dutzende Wiederholungen von „Sex and the City“ ansah.

„Es traf mich wie ein Blitz: Solche Freundinnen habe ich auch!“ erinnert sich Amarteifio. „Ich fing an, darüber nachzudenken, wie die Serie in Accra statt New York aussehen würde.“

Dafür, dass die Serie mehr kopiert als selbst kreiert, will sich die Autorin nicht entschuldigen. „Es war mein erstes TV-Projekt“, erklärt Amarteifio. „Sex and the City“ war mein Vorbild. Ich hatte keine Ahnung, dass die ganze Welt sich das anschauen würde.“

Die erste Staffel produzierte Amarteifio mit fast 70 000 Euro aus eigener Tasche. Im März 2014 begann sie, die zehn halbstündigen Folgen auf YouTube hochzuladen, um zu sehen, ob es sich jemand anschauen würde. „Ich hatte insgesamt auf ein paar tausend Aufrufe gehofft“, erinnert sie sich. „Aber bei Folge Vier bekamen wir 4000 Aufrufe innerhalb einer Minute. Damit hätte ich nie gerechnet.“

Vorbereitungen zur dritten Staffel laufen
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