Ermittlungen wegen Erdogan-Satire
Böhmermann sagt Grimme-Preisverleihung ab

Moderator und Satiriker Jan Böhmermann hat sich gegen die Entgegennahme des Grimme-Preis entschieden. Die Absage der Preisverleihung begründet er knapp damit, dass er sich in allem erschüttert fühle, woran er glaubte.

Marl, BerlinDer ZDF-Satiriker Jan Böhmermann hat seine Teilnahme an der Grimme-Preis-Verleihung am Freitagabend in Marl abgesagt. Das Grimme-Institut bestätigte das auf Anfrage. „Ich fühle mich erschüttert in allem, an das ich je geglaubt habe“, postete der 35-Jährige am Freitagmorgen auf Facebook. „Mein Team von der Bildundtonfabrik und ich bitten um Verständnis, dass wir heute Abend nicht in Marl feiern können.“ Böhmermann sollte den Preis für seine Satire rund um den Mittelfinger des griechischen Ex-Finanzministers Yanis Varoufakis bekommen. Derzeit hat er jedoch Ärger: Die Mainzer Staatsanwaltschaft ermittelt, weil er sich in seiner Sendung „Neo Magazin Royale“ in einem Schmähgedicht über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan mit Begrifflichkeiten unterhalb der Gürtellinie ausgelassen hatte.

Derzeit hat Böhmermann jedoch einigen Ärger: Die Staatsanwaltschaft Mainz hat Ermittlungen gegen ihn aufgenommen, weil er sich in seiner Sendung „Neo Magazin Royale“ vor einer Woche in einem Schmähgedicht über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan mit Begrifflichkeiten unterhalb der Gürtellinie ausgelassen hatte. Böhmermann hat sich nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ inzwischen die Hilfe von Medienanwalt Christian Schertz gesichert haben. Schertz vertrat in der Vergangenheit unter anderem Oliver Bierhoff, Oliver Pocher und Bettina Wulff. Zudem soll Böhmermann der gleichen Quelle zufolge Bundeskanzleramtsminister Peter Altmaier

Der Einschaltquote gab das ganze Hin und Her am Donnerstag (22.30 Uhr) leichten Auftrieb: 290 000 Zuschauer (1,3 Prozent) schalteten die neue Ausgabe vom „Neo Magazin Royale“ ein, die Klicks im Netz sind noch nicht erfasst. Über Erdogan verlor Böhmermann kein Sterbenswörtchen - ein paar Anspielungen gab es dennoch.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%