Film- und Fernsehpreis
Goldene Kamera zum 50. Mal verliehen

Großes Staraufgebot zur 50. Verleihung der Goldenen Kamera. Alles, was in der deutschen Film- und Fernsehwelt Rang und Namen hat, und auch einige hochkarätige Hollywood-Stars schritten über den roten Teppich.
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HamburgEin „Moin, Moin“ von einem Amerikaner, ein Österreicher mit Tränen in den Augen: Bei der 50. Ausgabe der Goldenen Kamera in Hamburg überraschten diesmal nur wenige. „Es muss immer mal was Neues sein“, kündigte Moderator Thomas Gottschalk noch zu Beginn der Gala an - doch revolutionär war die Jubiläumsausgabe nicht.

So eilte Schauspieler und Ex-Gouverneur Arnold Schwarzenegger („Conan - Der Barbar“) auf die Bühne und ließ sich die Goldene Kamera von seinem Kollegen und Kumpel Danny DeVito („Zwillinge“) in die Hand drücken. Dieser sparte jedoch mit Komplimenten an die Hansestadt. „Keiner hat mir gesagt, dass das jetzt in Hamburg ist“, scherzte der Laudator.

Für seinen Freund, den gebürtigen Steirer Arnold, sei er nach Deutschland gereist. „Es war immer spaßig mit ihm.“ Schwarzenegger saß in der ersten Reihe und hatte feuchte Augen. „Deutschland war für mich immer schon ein Sprungbrett in die USA und zum Erfolg“, sagte Schwarzenegger, der sich bereits am roten Teppich auf eine riesige „Gaudi“ mit seinen Freunden Gottschalk und DeVito freute.

Routiniert und wenig spektakulär verlief die Jubiläums-Gala am Freitagabend in den Hamburger Messehallen. Einen der wenigen unerwarteten Momente lieferte die Kür der besten Nachwuchsschauspielerin. Gottschalk ließ die 22-jährige Maria Ehrich („Adlon“) lange im Glauben, dass sie Dietmar Bähr als besten Schauspieler auszeichnen würde. Erst bei Bährs vermeintlicher Dankesrede wurde ihr langsam klar, dass die Trophäe für sie bestimmt war. Fast erschrocken, weil so unerwartet, nahm Comedian Hape Kerkeling die Jubiläums-Kamera der Jury entgegen. „Ich bin wirklich sehr überrascht“, sagte der 50-Jährige. „Man muss immer weitergehen und dranbleiben.“

Dass gerade in Hamburg nach 40 Jahren die Verleihung wieder ausgetragen wird, rührte neben Preisträgern auch die Laudatoren. Zurück zu den Wurzeln für die Jubiläumsausgabe - das wollte auch Gottschalk feiern. In der Hansestadt hatte 1966 alles angefangen, bevor die Show nach Berlin umzog. Ursprünglich hatte der Moderator angekündigt, im extravaganten goldenen Anzug auftreten zu wollen. Es wurde dann doch „nur“ ein schwarz glitzerndes Samtoutfit. Auch sonst blieb er mit seinen Witzchen im Hintergrund. Mit Comedian Olaf Schubert lieferte er sich einen Schlagabtausch, verdrängte den Kabarettisten immer wieder von den Ehrenplätzen.

Besonders die weiblichen Gäste waren von dem zweifachen Oscar-Preisträger Kevin Spacey (1995 für „Die üblichen Verdächtigen“ und 1999 für „American Beauty“) angetan. „Moin, Moin“, begrüßte Spacey das Hamburger Publikum lässig und erst nach und nach erhoben sich auch die Männer von den Plätzen. „Es war für mich die beste Entscheidung, Schauspieler zu werden“, sagte der Hollywood-Star, der den Preis als bester internationaler Schauspieler entgegennahm.

„Voller Respekt und Bewunderung“, würdigte Laudatorin Iris Berben ihre amerikanische Kollegin Susan Sarandon, die sich auf der Bühne stürmisch umarmten. Der Hollywood-Star legte nach Dankesworten noch eine kurze politische Rede nach. „Künstler sollen ein schonungsloses Sprachrohr der Gesellschaft sein“ und sich gegen Rassismus und Ausgrenzung einsetzen.

Als kantige und glaubwürdige Darstellerin wurde Martina Gedeck für ihre Rolle als Richterin in dem Spielfilm „Das Ende der Geduld“ ausgezeichnet. In roter Robe und kurz angebunden hauchte sie einige „Dankeschön“ in das Mikrofon und verschwand schon nach wenigen Sekunden von der Bühne.

Emotionaler zeigte sich der mit der Goldenen Kamera ausgezeichnete Schauspieler Ulrich Matthes, der sowohl in der preisgekrönten „Tatort“-Folge „Im Schmerz geboren“ als auch in dem nominierten Film „Bornholmer Straße“ eine der Hauptrollen spielte. „Ich bin over the top“, sagte der 55-Jährige mit hektischen Handbewegungen.

„These are the good times“, sang der für sein musikalische Lebenswerk ausgezeichnete Nile Rodgers am Ende der Show. Zu dem Lied schunkelte Sarandon mit Kerkeling und den anderen Preisträgern auf der Bühne.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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