Harald-Schmidt-Comeback
„Michelangelo und der Vatikan in einer Person“

Ein großes Comeback sieht anders aus, doch Harald Schmidt darf zurück auf den Bildschirm: Als Mutterschaftsvertretung auf dem Schweizer SRF1 in zwei Kultursendungen – von dort geht es nach Tahiti aufs Traumschiff.
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Köln/Zürich„Ich bin Atheist - aber an Schmidts Wiedergeburt glaube ich“, hat sein ehemaliger Sidekick Herbert Feuerstein mal gesagt. Ein knappes Jahr nach der Absetzung der „Harald Schmidt Show“ beim Bezahlsender Sky kehrt der bekannteste TV-Zyniker nun tatsächlich auf den Bildschirm zurück. Allerdings nicht als Late-Night-Talker und auch nicht in Deutschland, sondern in der Schweiz.

„Das ist eine Sendung, die heißt „Kulturplatz““, erläutert er der Deutschen Presse-Agentur. „Da mach' ich aber nur Schwangerschaftsvertretung für die etatmäßige Moderatorin. Die ist in Mutterschaftsurlaub, und ich mache das zweimal. Ich glaube, es ist so was wie „Aspekte“ in Deutschland.“ Es geht um die beiden Ausgaben vom 11. und 18. Februar, jeweils um 22.25 Uhr auf SRF1.

Überreden musste man ihn nicht, wie er beteuert: „Ich hörte nur „Schweiz“, ich hörte „Zürich“, und bei mir geht ja sozusagen der Drehort weit vor dem Inhalt. Und sofort war mir klar: Da geh' ich hin.“ Der Leiter der „Kulturplatz“-Redaktion in Zürich, Martin Eggenschwyler, ist auf Schmidt aufmerksam geworden, als er einen Artikel von ihm über Kirchenmusik las. „Der entsprach genau dem, was wir hier wollen: einen lockeren Umgang mit Kultur.“ Er rief bei Schmidt an, und der sagte sofort zu. „Wenn junge Mütter Hilfe brauchen, bin ich zur Stelle“ waren seine Worte.

Es ist nicht die Absicht, dass aus dem „Kulturplatz“ nun eine „Harald Schmidt Show“ wird. „Ich denke mal, das würde ihn auch gar nicht reizen“, meint Eggenschwyler. Schmidt wird im Wesentlichen die Beiträge anmoderieren. Die Gespräche mit den Gästen sollen etwas länger dauern als sonst.

Die erste Sendung kommt aus der deutschen Enklave Büsingen, einem Ort, der ganz von Schweizer Staatsgebiet umgeben ist. Eggenschwyler stellt jedoch klar: „Er wird in Franken bezahlt.“ Die zweite Sendung wird aus dem Theaterlokal Schiffbau in Zürich übertragen.

So schnell Schmidt zugesagt hat – unter Entzugserscheinungen leidet er nach eigener Darstellung nicht. Sein Argument: „Meine Karriere kann gar nicht zuende gehen, weil sie permanent in meinem Kopf stattfindet, unabhängig von Auftraggebern. Ich bin sozusagen Michelangelo und der Vatikan in einer Person.“

Schmidt sieht sein Leben als Gesamtprogramm. Zwischendurch hat sich mal einige Jährchen das Fernsehen zugeschaltet, jetzt ist es wieder weg - aber im Grundsatz bleibt alles wie gehabt.

Und immerhin - für die nächsten Wochen hat der 57-Jährige jetzt wieder ein volles Programm. „Von Zürich aus fliege ich nach Neukaledonien“, berichtet er der dpa. „Da gehe ich aufs Traumschiff und fahre dann mit dem Schiff bis nach Tahiti. Ich bin doch da der Kreuzfahrtdirektor. Sie sehen das wohl nicht regelmäßig?“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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