Hollywood
Oscars für DiCaprio und „Spotlight“

Die im Vorfeld harsch kritisierte Preisverleihung endet mit einem Überraschungssieger und einem, den jeder erwartet hatte. Ihre besten Zeiten scheint die Hollywood-Gala jedoch hinter sich zu haben.
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San FranciscoEr hat lange gewartet, seit er 1998 mit der Titanic in den eisigen Fluten des Atlantiks versunken ist. Leonardo DiCaprio bekam am Sonntag seinen ersten Oscar überreicht für seine Rolle in „The Revenant“. Sein Überlebenskampf als schwer verwundeter und allein in der Wildnis zurückgelassener Jäger überzeugte die Juroren diesmal mehr als der irische Auswanderer auf dem doch nicht so unsinkbaren Schiff.

Alejandro González Iñárritu sicherte sich die Auszeichnung als bester Regisseur ebenfalls für „The Revenant“. Doch ansonsten konnten weder die favorisierten „The Martian“, „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ oder „The Revenant“ die hochgesteckten Erwartungen erfüllen. Zum besten Film wurde das Journalistendrama „Spotlight“ gewählt. Gewinner des Abends war jedoch „Mad Max: Fury Road“. Das Endzeit-Action-Epos gewann insgesamt sechs Trophäen.

Als beste Schauspielerin konnte sich bei den Juroren Brie Larson für ihre Rolle als starke Mutter in „Room“ durchsetzen, die für sich und ihr Kind die Freiheit aus langer Gefangenschaft wiedergewinnt.

Feindselige Stimmung

Chris Rock, der farbige Moderator der Show in West Hollywoods Dolby Theatre, hatte an diesem Abend keine leichte Aufgabe. Denn es war im wahrsten Sinne des Wortes ein „weißer“ Elefant, der unsichtbar und doch unübersehbar die Partystimmung belastete.

Zum zweiten Mal in Folge war kein schwarzer Schauspieler für den begehrten Filmpreis nominiert. Was vielleicht noch vor ein paar Jahren als Nabelschau einer notorischen Selbstbeweihräucherungsindustrie abgetan worden wäre, hat in 2016 eine besondere Brisanz. Fälle von Polizeigewalt wie in Ferguson, eine jahrelange Trinkwasserverschmutzung in Flint, Missouri, die in einer weißen Vorstadt nicht eine Woche lang geduldet worden wäre: Die Stimmung ist gereizt.

Will Smith („Concussion“), einer der profiliertesten farbigen Schauspieler derzeit, hatte deshalb schon frühzeitig seine Teilnahme komplett abgesagt. Dustin Hoffmann nannte die Entwicklung typisch für einen „unterschwelligen Rassismus“.

Die „Washington Post“ hat einmal nachgerechnet und kommt zu dem Ergebnis, dass farbige Schauspieler den Oscar selten bekommen, aber ihn oft an ihre (weißen) Kollegen überreichen und Lieder auf dem Event singen dürfen. Obwohl 2016 kein einziger nominiert ist, waren 25 Prozent der Präsentatoren schwarz.

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  • Die im Vorfeld harsch kritisierte Preisverleihung endet mit einem Überraschungssieger und einem, den jeder erwartet hatte. Ihre besten Zeiten scheint die Hollywood-Gala jedoch hinter sich zu haben.

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    Ihre besten Zeiten scheint Hollywood tatsächlich hinter sich zu haben !

    DABEI IST EINEN MIT DEN GRÖSSTEN ANZAHL AN OSKARS ZU PRÄMIERENDEN FILM NOCH ZU DREHEN !!!

    " MAN NEHME DIE AKTUELLE POLITISCHER und WIRTSCHAFTLICHER WELTLAGE...schreibe einen Thriller und verfilme es !!!

    MIT ALLE HINTERGRÜNDE...aus verschiedene perspektiven der beteiligten Nation...sowie dessen zielsetzungen...und den damit verbundenen Geheimdienstlicher Kampf immer den anderen einen schritt voraus zu sein !!! :-)))

    Und dann ist da einer...ganz normaler vom Volk...der kündigt einfach WEIT IM VORAUS alles im Internet an ?

    Nun wenn dies nicht ein Oscar wert ist alleine die Idee zu Papier zu bringen wo das Internet doch scheinbar nichts vergisst ?

    :-)))



  • *Hollywood

  • +++

    Preise bekommen alle "weichen" "beknackte" oder schwule Männer.

    Holywood als "Weichei-Verblödungmaschine".

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