Hollywood-Skandal
Harvey Weinstein tritt als Verwaltungsrat seiner Firma zurück

Filmproduzent Harvey Weinstein soll Frauen sexuell belästigt und in einigen Fällen auch missbraucht haben. Er hat nun Konsequenzen gezogen und ist als Chef des Verwaltungsrats seiner Firma zurückgetreten.
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Los AngelesImmer mehr Frauen werfen US-Starproduzent Harvey Weinstein sexuelle Übergriffe vor - jetzt ist der 65-Jährige als Verwaltungsrat seiner eigenen Firma zurückgetreten. Dies berichteten US-Medien am Dienstag (Ortszeit) und beriefen sich auf eine Stellungnahme der Weinstein Company (TWC).

Eine Woche zuvor hatte die Produktionsfirma Weinstein Company ihren Mitbegründer bereits als Vorstandschef gefeuert. Auch die Oscar-Akademie hatte Weinstein aus ihrem Verband ausgeschlossen.

Der Skandal war nach einem Bericht der „New York Times“ ins Rollen gekommen, wonach der einflussreiche Hollywood-Produzent („Pulp Fiction“, „The King's Speech“) über Jahrzehnte Schauspielerinnen und Mitarbeiterinnen seiner Firma belästigt und in einigen Fällen missbraucht hat. Der Zeitung zufolge hielt Weinstein mindestens acht Frauen mit Schweigegeld davon ab, an die Öffentlichkeit zu gehen. Weinstein bestreitet, Frauen zum Sex gezwungen zu haben.

Die Justiz in Los Angeles ermutigt mutmaßliche Opfer von Starproduzent Harvey Weinstein, nicht länger zu schweigen. „Wir nehmen solche Vorwürfe sehr ernst, und wo die Tatsachen für eine Verurteilung sprechen, werden wir sie strafrechtlich verfolgen“, sagte Staatsanwalt Mike Feuer am Dienstag (Ortszeit) in einem Statement.

Er sei sehr erfreut darüber, dass die Polizei von Los Angeles mutmaßliche Opfer aufgerufen hat, sich zu melden. „Bitte treten Sie vor, damit ermittelt werden und Gerechtigkeit geübt werden kann.“

Die Vorwürfe gegen den Hollywoodmogul hätten „ein Schlaglicht geworfen auf sexuelle Belästigung und sexuellen Missbrauch, besonders am Arbeitsplatz“, betonte der Staatsanwalt.

Er wisse, dass es „ungeheuren Mut braucht, um oft intime Details sexueller Belästigung oder sexuellen Missbrauchs mitzuteilen“. Opfer hätten oft Angst um ihren Arbeitsplatz oder davor, öffentlich bloßgestellt zu werden. „Viele fragen sich: Wir mir jemand glauben und wir jemand für mich einstehen? Ich verspreche, dass wir es werden.“

Mike Feuer ist seit 2013 der City Attorney von Los Angeles. Er ist der Chef der Rechtsabteilung der Stadtverwaltung und gleichzeitig für die Strafverfolgung von Vergehen zuständig, nicht aber für Verbrechen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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