Kinostart von Kingsman
Mit Datenklau zur Weltherrschaft

Geheimdienste in den USA und Großbritannien sammeln ungehemmt Daten von Privatleuten – was in der Realität für Ärger sorgt, ist Stoff für einen großartigen Agenten-Film. Colin Firth brilliert in „Kingsman“.
  • 0


DüsseldorfWährend James Bond noch Pause hat, geht in dieser Woche ein anderer Geheimagent ihrer Majestät auf die Jagd nach einem Superschurken, der nichts Geringeres im Sinn hat, als die gesamte Menschheit zu beherrschen. Oscar-Preisträger Colin Firth brilliert in der Agenten-Persiflage „Kingsman“. Ein Spaß, der eher nur was für Erwachsene ist.

Die Kingsmen sind eine unabhängige Spionage-Organisation, inspiriert durch Artus' Tafelrunde. Hier ist so ziemlich jeder adliger Abstammung, gemeinsam wollen die Agenten für Frieden in der Welt sorgen. Als jedoch einer von ihnen getötet wird, macht sich Top-Spion Harry Hart (Colin Firth) auf die Suche nach einem Nachfolger, der die Lücke in den Reihen der Kingsmen füllen kann.

Er hat ausgerechnet ein Auge auf den Kleinkriminellen Eggsy (Taron Egerton) geworfen. Hart fühlt sich für den Tod von Eggsys Vater verantwortlich und möchte dem Jungen nun dabei helfen, von der schiefen Bahn zu kommen und sein großes Potenzial zu nutzen.

Dabei können die Kingsmen gerade jede Hilfe gut gebrauchen, denn Selfmade-Milliardär Richmond Valentine (Samuel L. Jackson) entpuppt sich als teuflischer Ganove, der beschlossen hat, mit Hilfe von SIM-Karten die Erde zu kontrollieren. Da der Erzschurke kein Blut sehen kann, verschenkt er die Karten, die auf Knopfdruck Aggressionen hervorrufen und so die Gesellschaft von innen zerstören.

Klingt abgefahren? Nicht so ganz. Denn manchmal werden selbst die absurdesten Drehbücher von der Realität eingeholt. So wurde erst kürzlich bekannt, dass die NSA und GCHQ, Geheimdienste aus den USA und Großbritannien, schon 2010 die Verschlüsselungscodes für Millionen von Mobiltelefonen gestohlen haben. So konnten sie Telefonate, SMS- und Datenverkehr überwachen.

„Kingsman“ nimmt sich und seine coolen Agenten nicht allzu ernst, herausgekommen ist so eine Mischung aus „James Bond“ und „Austin Powers“. So sind hier Handgranaten als Feuerzeug getarnt, eine Beinprothese entpuppt sich als Schwert. Auf der anderen Seite kann Bösewicht Valentine zwar die Ausrottung der gesamten Menschheit planen, wenn er dann aber tatsächlich mal Blut sieht, muss er sich sofort übergeben.

Dazu leidet er unter einem Sprachfehler, der seinen grausamen Charakter etwas untergräbt. Er ist zwar stinkreich, trägt aber nur Sneakers und zu große Hosen. Beim Dinner lässt er Fast Food zu teurem Rotwein servieren.
Colin Firth spielt seinen Geheimagenten mit Klasse. In „Kingsman“ ist er so etwas wie eine Mischung aus James Bond und Jason Bourne.

Seite 1:

Mit Datenklau zur Weltherrschaft

Seite 2:

Unabhängig finanziert, weil zu brutal

Kommentare zu " Kinostart von Kingsman: Mit Datenklau zur Weltherrschaft"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%