Kinostarts der Woche: Rassistische Dörfer und ein Denkmal für McDonald's

Kinostarts der Woche
Rassistische Dörfer und ein Denkmal für McDonald's

1975: Ein afrikanischer Arzt steht vor einem Neuanfang in einem kleinen nordfranzösischen Dorf. Aus einer wahren Geschichte wird in „Ein Dorf sieht schwarz“ eine leichtfüßige Komödie über Rassismus.
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ParisMarly-Gomont ist ein kleines Kaff in Nordfrankreich. Nach einem Arzt sucht man seit Jahren vergeblich, denn niemand will sich in dem rund 400-Seelen-Dorf niederlassen. Doch eines Tages findet sich endlich ein Kandidat. Als dieser jedoch mit seiner Familie ankommt, trauen die Bewohner ihren Augen nicht: Ihr neuer Arzt ist schwarz. „Ein Dorf sieht schwarz“ basiert auf einer wahren Begebenheit und erzählt die Geschichte des Kongolesen Seyolo Zantoko und einem Dorf, dessen Bewohner zum ersten Mal in ihrem Leben einem Schwarzen begegnen.

Der Film ist eine Komödie über Rassismus und die Angst vor dem Anderen. Die Handlung beginnt im Jahr 1975. Seyolo hat in der nordfranzösischen Stadt Lille Medizin studiert und feiert mit Freunden seinen Abschluss, als der Bürgermeister von Marly-Gomont die Kneipe betritt. Wie jedes Jahr sucht er nach einem Freiwilligen, der sich in seinem abgelegenen Dorf niederlassen will – das übrigens in der Region liegt, wo einst die Erfolgskomödie „Willkommen bei den Sch'tis“ mit Dany Boon spielte.

Seyolo nimmt das Angebot an, denn er hofft als praktizierender Arzt leichter die französische Staatsangehörigkeit zu bekommen. Doch als er zusammen mit seiner Frau und seinen beiden Kindern, die Seyolo aus dem Kongo hat kommen lassen, in Marly-Gomont ankommt, ist die Enttäuschung groß. Die Wohnung ist kalt und feucht, der Dienstwagen ein fahrender Schrotthaufen. Vor allem aber bleibt die Praxis leer. Die Bewohner machen dem „Exoten“ das Leben schwer, wo es nur geht. Doch Seyolo, gespielt von dem im Kongo geborenen Belgier Marc Zinga, lässt sich nicht unterkriegen.

Die Geschichte von Seyolo ist in Frankreich sehr bekannt, denn Kamini, sein Sohn und Musiker hat daraus im Jahr 2006 einen Rap-Song gemacht, der zu einem Hit wurde. Nun hat er auch an dem Drehbuch des Films von Julien Rambaldi mitgewirkt. Das Ergebnis ist eine Komödie, die Peinlichkeiten und Klischee-Fallen größtenteils vermeidet. Sie thematisiert mit dezentem Humor ein Thema, das vierzig Jahre später noch immer gegenwärtig und alltäglich ist.

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