Kult-Krimiserie Harald Schmidt sagt Rolle im Schwarzwald-Tatort ab

Herbe Enttäuschung für die „Tatort“-Macher: TV-Entertainer Harald Schmidt hat seine Rolle im neuen Schwarzwald-„Tatort“ abgesagt. Zu den Gründen herrscht weitgehend Stillschweigen.
Update: 20.02.2017 - 16:49 Uhr Kommentieren
Schauspieler und Entertainer Harald Schmidt wurde bereits im Jahr 2015 als Chef des neuen „Tatort“-Teams im Schwarzwald vorgestellt. Nur wenige Tage vor Drehbeginn sagte Schmidt jetzt überraschend ab. Quelle: dpa
Überraschende Absage

Schauspieler und Entertainer Harald Schmidt wurde bereits im Jahr 2015 als Chef des neuen „Tatort“-Teams im Schwarzwald vorgestellt. Nur wenige Tage vor Drehbeginn sagte Schmidt jetzt überraschend ab.

(Foto: dpa)

Baden-BadenEs war ein großer Coup und nun wird daraus nichts. TV-Entertainer und Publikumsmagnet Harald Schmidt will beim neuen Schwarzwald-„Tatort“ nicht mehr mitspielen. Warum? So richtig weiß das keiner. „Wir haben das erst am Wochenende erfahren“, sagt Wolfgang Utz, Sprecher des Südwestrundfunks (SWR) in Stuttgart. „Es hat uns kalt erwischt“, sagt die SWR-Sprecherin in Baden-Baden, Annette Gilcher. „Dazu gibt es leider keinen weiteren Kommentar“, sagt Schmidts Agentin Sigrid Korbmacher.

Offiziell ist von persönlichen Gründen für Schmidts Entscheidung die Rede. „Wir sind äußerst betroffen und bedauern das sehr“, heißt es von Seiten der Noch-SWR-Filmchefin Martina Zöllner. Sie wechselt zum 1. Juni zum Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) und übernimmt dort den neuen Programmbereich „Doku und Fiktion“. Die fünfwöchigen Dreharbeiten zum Schwarzwald-„Tatort“ wird sie also noch betreuen.

„Was das Drehbuch und seine Rolle betrifft, herrschte bestes Einvernehmen“, sagt SWR-Sprecherin Gilcher. Insgesamt sind wie gehabt vom 7. März an 24 Drehtage vorgesehen - vier davon eigentlich mit Harald Schmidt. Der hatte sich eigenen Angaben zufolge seinerzeit richtig auf die ihm zugedachte Rolle des Gernot Schöllhammer gefreut. „Tatort ist das Einzige, das ich noch nicht gespielt habe“, hatte Schmidt gesagt.

Sogar bei der Polizei Freiburg war Schmidt vor einigen Monaten bereits vorstellig geworden, um sich besser in seine „Tatort“-Funktion als Leiter der Freiburger Kripo einfühlen zu können. „Es war ein intensiver Austausch“, sagt eine Sprecherin der Freiburger Polizei. Laut Gilcher sollte Schmidts Rolle als Chef der beiden neuen „Tatort“-Ermittler Franziska Tobler und Friedemann Berg „klein und prägnant“ sein.

Das ist erstmal passé. Wie das Drehbuch jetzt umgefriemelt wird, ist offen und wird die zuständige SWR-Redaktion die nächsten drei Wochen beschäftigen. Ein Schöllhammer kommt darin jedenfalls nicht mehr vor; vielleicht aber ein anderer Vorgesetzter oder auch gar keiner mehr, heißt es von Seiten des SWR.

Im Zentrum des ersten Falles soll der Mord an einer Elfjährigen stehen: In einer idyllischen Schwarzwaldgemeinde wird das Mädchen erschossen; ein Nachbarjunge verschwindet. Wo genau gedreht wird, steht noch nicht fest. Die Dreharbeiten beginnen wegen anfänglicher Terminprobleme ohnehin etwas später als ursprünglich geplant. Mehrere Orte und rund 20 verschiedene Locations im südlichen Schwarzwald seien dem SWR von der Schwarzwald-Tourismus GmbH vorgeschlagen worden. „Wo genau dürfen wir nicht sagen“, berichtet deren Sprecher Wolfgang Weiler.

Unvergessliche Krimis und Kommissare
„Taxi nach Leipzig“ (1970)
1 von 10

Bei einer Autobahnraststätte in der Nähe von Leipzig ist ein fünfjähriger Junge tot gefunden worden. Per Fernschreiben bittet der Generalstaatsanwalt der DDR die West-Kollegen um Hilfe, denn das Kind trug Schuhe aus der Bundesrepublik. Trimmel (Walter Richter, rechts) winkt erst ab und wird dann doch neugierig - immer mehr Spuren führen in den Westen. Da sich der Hauptkommissar ohne größeren Papierkram eigentlich nur auf der Strecke nach West-Berlin bewegen darf, täuscht er kurzerhand eine Autobahnpanne vor und fährt im Taxi nach Leipzig. Dort stößt er auf ein makabres Komplott. Der erste Film der „Tatort“-Reihe.

Das große Jubiläum
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Auch die 1.000 Folge bekommt den Titel „Taxi in Leipzig“ – in Anlehnung an das große Jubiläum. Der „Tatort“ ist auch im Jahr 2016 noch äußerst beliebt, auch wenn die Quoten von früher nicht mehr zu erreichen sind: Die erste Folge erzielte 61 Prozent Marktanteil. Angesichts der Konkurrenz dürfte das heute kaum noch möglich sein.

„Reifezeugnis“ (1977)
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Der wohl legendärste „Tatort“: Der Kieler Kommissar Finke (Klaus Schwarzkopf) hat es darin mit dem Mord an einem Schüler zu tun und trifft auf eine Schülerin (Nastassja Kinski, rechts), die ein Verhältnis mit ihrem Lehrer (Christian Quadflieg, links) hat...

Kinski als Jugendstar
4 von 10

Nastassja Kinski (links) ist erst 15 Jahre alt, als sie für diesen Krimi viel nackte Haut zeigt. Damals ein Skandal. Wolfgang Petersen, der später mit „Das Boot“ und „Die unendliche Geschichte“ Welterfolge feierte, setzte den Mordfall gekonnt in Szene.

„Duisburg-Ruhrort“ (1981)
5 von 10

Eines seiner ersten Worte ist „Scheiße“. Die „Tatort“-Zuschauer wissen im Jahr 1981 sofort, woran sie bei Kriminalhauptkommissar Horst Schimanski (Götz George) sind. Das Publikum liebt diesen Ruhrpott-Proll mit Schnauzbart und zerknautschter Windjacke. Streng genommen ist es eine M-65-Feldjacke der US-Streitkräfte, die auch Robert De Niro als Travis Bickle im Kinofilm „Taxi Driver“ trug. Für Schauspieler Götz George wird „Schimmi“ fast schon ein Alter Ego. Im ersten Fall geht es um einen Toten im Duisburger Hafen.

„Frau Bu lacht“ (1995)
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Grimme-Preisträger Dominik Graf drehte diesen bekannten Münchener Krimi. Ivo Batic und Franz Leitmayr (Miroslav Nemec, Mitte, und Udo Wachtveitl, links), ermitteln bei einer Partnervermittlung für Thai-Frauen – damals noch nicht weißhaarig. Auf dem Foto rechts: Der Verdächtige D. Zimmer (Ulrich Noethen).

Kaltherziger Umgang
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Der kaltherzige Umgang deutscher Ehemänner mit den Asiatinnen, die ihnen in den ersten Jahren durch deutsche Abschiebegesetze ausgeliefert sind, kommt genauso gnadenlos auf den Tisch wie das Thema Kindesmissbrauch. In den Augen vieler Fans ist der Fall aus München eine der stärksten „Tatort“-Episoden.

Er hat Schmidt noch nicht getroffen und ist ein bisschen traurig über dessen Abgang, ansonsten aber wohlgemut. „Wir bedauern, dass Harald Schmidt sich diese Chance entgehen lässt“, sagt er. „Aber jammern hilft nichts und wir werden trotzdem einen tollen Schwarzwald-„Tatort“ bekommen.“

Der Chef der Freiburger Kriminalpolizei, Peter Egetemaier, findet es „sehr, sehr schade, dass Schmidt nicht mehr dabei ist“. Der Entertainer sei mehrfach in der Freiburger Dienststelle gewesen und habe viele gute Fragen zum Polizeialltag gestellt. Sollte der SWR nun mit einem Ersatz um die Ecke kommen, wäre Egetemaier aber wieder mit Rat und Tat dabei. „Wir helfen gerne!“

  • dpa
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