Netflix, Amazon, Maxdome
Die Tücken der Online-Videotheken

„Bingewatching“ schwer gemacht. Stiftung Warentest zieht einen Vergleich der „Video on Demand“-Portale hierzulande und verteilt schlechte Noten. So sollen Serienfans bei Netflix zum Beispiel per Klausel ausgespäht werden.
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Köln/ BerlinSonntagabend. Es ist Zeit für einen Film oder eine Serie, im Fernsehen läuft nichts Gutes. Was früher eine Autofahrt zur nächsten Videothek war, ist heute ein Mausklick. Der „Video on Demand“-Markt boomt. 2015 wird die Branche rund 237 Millionen Euro umsetzen. Das berichtet zumindest Goldmedia, ein Strategieberater im Medienbereich. Demnach nutzen 35 Prozent der deutschen Onliner bereits Portale wie Amazon Prime, Maxdome oder Netflix. Stiftung Warentest hat ausgewählte Anbieter genauer unter die Lupe genommen.

Bei den 13 getesteten Portalen wird grundsätzlich zwischen zwei Bezahlmodellen unterschieden: dem Einzelabruf, hier muss für jeden Film einzeln bezahlt werden, oder einem Abonnement. Beide Modelle haben laut Marktforschungsergebnis Vor- und Nachteile. So eignet sich der Einzelabruf für Gelegenheits-Nutzer und solche, die Wert auf aktuelle Blockbuster legen.

Für Serien-Junkies biete sich eher die Flatrate an, „da für einen monatlichen Beitrag so viele Filme und Serien angesehen werden können, wie man will“, sagt Jan Schulze-Siebert vom Vergleichsportal Vetalio. „Beim Einzelabruf muss allerdings nur für die Inhalte bezahlt werden, die man auch tatsächlich ansieht. Hier steht die Kostenkontrolle als Vorteil im Vordergrund.“

Die größte Auswahl an Klassikern und aktuellen Filmen im Einzelabruf bietet hierbei Apples iTunes. Maxdome und Videoload von der Telekom können einigermaßen mithalten. Nur 32 von 100 Klassikern, nach denen die Stiftung gesucht hat, konnten die Tester bei Videociety und Microsoft Xbox Video finden - Note: mangelhaft. 0,99 Euro bis 4,99 Euro kostet das Ausleihen eines Filmes bei iTunes, Maxdome startet bei 2,99 Euro. Für Vielnutzer ist der Einzelabruf in der Regel deutlich teurer als ein Abo.

Indes sinkt die Zahl der stationären Videotheken seit nunmehr zehn Jahren, berichtet Jörg Weinrich vom Interessenverband des Video- und Medienfachhandels in Deutschland (IVD) gegenüber dem Handelsblatt: „Unser Problem ist der illegale Wettbewerb im Internet, nämlich diejenigen Angebote, die aktuelle Filme und sogar auch aktuelle Kinofilme ohne Lizenz anbieten.“

Da könne man weder inhaltlich noch preislich mithalten, so Weinrich weiter. Im Vergleich mit den Online-Portalen schneidet eine Videothek in Berlin, die den Prüfern als Referenz diente, bei der Filmauswahl aber deutlich besser ab. Während die Videothek 83 von 100 populären Filmen am Stichtag vor Ort hatte, waren es beim Abo-Anbieter Amazon Prime Instant Video noch 22. Am schlechtesten hat Maxdome im Abo (Maxdome Paket) abgeschnitten: Nur sieben der 100 Filme waren vorhanden.

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Netflix versteckt Klauseln in Geschäftsbedingungen

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