Neu im Kino
Der Flop mit Jobs

In den deutschen Kinos startet „Steve Jobs“. In den USA ist der kontrovers diskutierte Film bereits seit Anfang Oktober zu sehen. Doch ein Kassenschlager ist er nicht. Nun hilft nur noch eine Oscar-Nominierung.

San Francisco, New YorkDieser Film, so scherzen die Tech-Blogger, könnte der größte Flop in der Geschichte von Apple sein – seit dem unliebsamen Newton zu Beginn der 90er Jahre. Tatsächlich ähnelt die Bruchlandung, die „Steve Jobs” in den US-Kinos derzeit hinlegt, in vielem dem Misserfolg des tragbaren Hand-PCs mit dem Plastik-Stift.

Die rührselige Geschichte, die Regisseur Danny Boyle nach dem Drehbuch von Aaron Sorkin auf die Leinwand zaubert, reduziert das Drama des Apple-Gründers auf die schwierige Beziehung zu seiner Tochter und spielt mit einem der größten Mythen der Tech-Geschichte: Hat Jobs den ersten Rechner nun nach Tochter Lisa benannt oder nicht?

Jahrelang hatte der Designer und Ex-Hippie, der sich manchmal monatelang nur von Äpfeln ernährte, seine Tochter nicht anerkannt. Der Film fokussiert sich auf das ewige Hin und Her zwischen der Nähe, die der Gründer zu seiner Familie suchte und dann wieder auch nicht zulassen konnte.

Das ist dramaturgisch ein guter Kniff, weil er dem Film emotionale Tiefe verleiht. Aber die ganze Geschichte des genialen Erfinders und seinen Kampf gegen die etablierte Computerindustrie von IBM erzählt das natürlich nicht. Wie sich Firmengründer Jobs, der zunächst bei Apple scheiterte und 1985 vom damaligen Apple-Chef John Sculley gefeuert wurde, sich zu Apples Heilsbringer verwandelte? Diese Frage bleibt unbeantwortet.

Sehr wohl jedoch unterstreicht der Film die Bedeutung von Steve Wozniak, Apple-Mitgründer und einer der engsten Weggefährten von Jobs. In mehreren Szenen zeigt Regisseur Boyle die heftigen Auseinandersetzungen der zwei so ungleichen Partner und macht den stillen Wozniak, der Apple so maßgeblich mitgeprägt hat, zum Hauptprotagonisten im Drama Jobs. Kein Wunder, dass dieser den Film positiv bewertet: „Die Film-Crew hat einen preisverdächtigen Job gemacht.”

Der Film spaltet die Gemüter: Wochenlang wurde in Amerikas Technologieszene über „Steve Jobs“ diskutiert. Der heutige Apple-Chef Tim Cook warf den Machern noch vor dem Start vor, der Film sei „opportunistisch“ und „unfair“. Cook hatte jahrelang unter Jobs gearbeitet und war seinem Vorgänger geradezu treu ergeben.

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