Neuer „Tatort“ aus München

„Einmal wirklich sterben“

In ihrem letzten Fall ging es auf das Oktoberfest – diesmal geht es bei Batic und Leitmayr im neuen Münchner „Tatort“ weniger feuchtfröhlich zu. Gleich zwei blutige Familiendramen beschäftigen die Ermittler.
Seit 1991 spielen die Schauspieler Udo Wachtveitl und Miroslav Nemec die Münchner „Tatort“-Ermittler Franz Leitmayr und Ivo Batic. Quelle: dpa
„Tatort“-Team München

Seit 1991 spielen die Schauspieler Udo Wachtveitl und Miroslav Nemec die Münchner „Tatort“-Ermittler Franz Leitmayr und Ivo Batic.

(Foto: dpa)

MünchenNach ihrem kriminalistischen Ausflug auf die Wiesn ermitteln die Münchner „Tatort“-Kommissare in ihrem neuen Fall in einem weniger feuchtfröhlichen Revier. In der Episode „Einmal wirklich sterben“ am Sonntag um 20.15 Uhr im Ersten bekommen Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) es mit gleich zwei blutigen Familiendramen zu tun.

Beim alljährlichen Besuch bei der Mutter eines verstorbenen Kollegen, die trotz Ermahnungen mit Leidenschaft den Polizeifunk abhört, erfahren die Kommissare von der schrecklichen Tat: Eine Mutter liegt erschossen in ihrem Haus, ihr neuer Freund Daniel Ruppert ist lebensgefährlich verletzt, ihr getrennt lebender Ehemann und das gemeinsame Kind sind verschwunden.

Nur blutige Spuren von Kinderfüßen weisen darauf hin, dass der kleine Quirin Mutter und Ziehvater in ihrem eigenen Blut hat liegen sehen. Als der Junge völlig verstört vor einer Klinik wieder auftaucht, kann er nicht erzählen, was geschehen ist. Er spricht nicht. „Dissoziative Amnesie“, sagt eine Kinderpsychologin.

Natürlich fällt der Verdacht sofort auf den Ex, der ohnehin den perfekten Tatverdächtigen abgibt, weil er schon mal den Grill der Nachbarn auspinkelte und eine Taube erschoss, die sich auf seinem Auto erleichtert hatte.

Doch als sich im Krankenhaus herausstellt, dass der angeschossene Ruppert nicht nur die frische, sondern auch eine Jahre alte Schussverletzung hat, führen die Spuren zu einem weiteren Familiendrama. Der Mann saß nämlich viele Jahre im Knast, weil er seine damalige Frau und den gemeinsamen Sohn erschossen hatte, um ihnen die finanziellen Schwierigkeiten, in die er geraten war, zu ersparen. Das, was heute gemeinhin „erweiterter Suizid“ genannt wird, scheiterte aber in letzter Konsequenz und Ruppert landete nicht im Jenseits, sondern im Gefängnis.

Die Ermittler erfahren, dass auch seine kleine Tochter Ella das Familiendrama überlebte, weil er es nicht übers Herz brachte, sie ebenfalls um die Ecke zu bringen. „Lauf, Schneeflöckchen, lauf.“ Das kann doch kein Zufall sein. Als Batic und Leitmayr erfahren, dass Ella heute Emma heißt, Anfang 20 ist und als Tierpflegerin im Tierpark Hellabrunn arbeitet, erhöht sich die Zahl der Verdächtigen.

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Der Hamburger „Tatort“ erzählt in den vier Folgen „Willkommen in Hamburg“ (Erstsendung März 2013), „Kopfgeld“ (Erstsendung März 2014) sowie den beiden derzeit in Produktion befindlichen 90-minütigen Filmen eine zusammenhängende Geschichte, die im letzten Teil ihre Auflösung findet. Die Folgen drei und vier werden voraussichtlich im Herbst 2015 im Ersten ausgestrahlt.

Auch wenn die Kommissare sich alle Mühe geben, den Fall aufzuklären, sind es Rückblenden, die letztendlich erzählen, was sich in der Nacht wirklich zugetragen hat, was Emma (Anna Drexler) mit dem Tod der neuen Frau an der Seite ihres Vaters zu tun hat und welche Rolle ihre geheimnisvolle Freundin Lissy (Andrea Wenzl) spielt.

„Mit Rückblenden zu arbeiten, ist doch was für Feiglinge“, sagt der Autor der spektakulären Fortsetzung des Kieler „Tatort“ „Borowski und der stille Gast“, Sascha Arango, der „Bild am Sonntag“ über seine Geschichte. Und so gibt es nach der spektakulären Folge aus Kiel am vergangenen Wochenende bei Leitmayr und Batic, einem der dienstältesten Ermittler-Duos in der Geschichte des ARD-Krimis, mal wieder ganz konventionelle Fernsehkost: ein absoluter Durchschnitts-„Tatort“.

  • dpa
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