Oscars 2015 Warum Frauen trotzdem chancenlos sind

Meryl Streep, Reese Witherspoon, Julianne Moore...die Namen der zehn Oscar-nominierten Schauspielerinnen sind schnell aufgezählt. Doch in den anderen Sparten sind Frauen Mangelware. Hollywood ist immer noch Männersache.
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Modenschau auf dem roten Teppich

Los AngelesAuf dem roten Teppich spielen sie die Hauptrolle. Dann sind die Scheinwerfer und Kameras auf die Roben, Diamanten und Dekolletés der Hollywood-Frauen gerichtet. Doch nach der Oscar-Gala ist es mit der „Girl Power“ schnell wieder vorbei. „Es ist ein Männerverein und es bleibt ein Männerverein“, beklagte die Regisseurin Mimi Leder (63, „Deep Impact“) unlängst in der „New York Times“ den Mangel an Frauen und an weiblicher Power im Filmgeschäft.

Heldinnen sind die Ausnahme

Natürlich lassen Frauen hin und wieder die Kinokassen klingeln. Mit 24 Jahren hat sich Jennifer Lawrence als Katniss Everdeen in der „Tribute von Panem“-Serie als Heldin nach oben gekämpft. Mit Einnahmen von 335 Millionen Dollar war „Die Tribute von Panem – Mockingjay, Teil 1“ im vorigen Jahr der größte Kassenhit in den USA. Dreimal wurde Lawrence schon für einen Oscar nominiert – ein Rekord für ihr Alter. 2013 holte sie den Goldjungen für ihre Hauptrolle in „Silver Linings“.

Die Zahlen sprechen gegen Frauen

Auf der Leinwand sieht es für Frauen nicht gut aus, männliche Protagonisten geben den Ton an. Nur zwölf der 100 erfolgreichsten Hollywood-Filme im vorigen Jahr wurden aus der Sicht einer weiblichen Filmfigur erzählt, wie die jüngst veröffentlichte Studie der Universität von San Diego über Frauenpräsenz im Film zeigt. Auch bei den Oscars sind Frauen wieder Mangelware. Bei den Regisseuren – auch in den Sparten Animation und ausländischer Film – tritt am Sonntag eine reine Männerriege an.

Reese Witherspoon als Cheryl Strayed in einer Szene des Kinofilms „Der große Trip – Wild“. Quelle: dpa
Reese Witherspoon

Reese Witherspoon als Cheryl Strayed in einer Szene des Kinofilms „Der große Trip – Wild“.

(Foto: dpa)

Alle zehn nominierten Drehbuchautoren sind Männer, ebenso alle Komponisten und Kameraleute. Nur eine Frau mischt unter den Dokumentarfilmern mit. Die Amerikanerin Laura Poitras geht in „Citizenfour“ dem ehemaligen NSA-Mitarbeiter Edward Snowden nach.

Reese Witherspoon rebelliert

Mit ihrer taffen Rolle in dem Wildnisabenteuer „Der große Trip – Wild“ könnte Oscar-Preisträgerin Reese Witherspoon („Walk the Line“) zum zweiten Mal Gold holen. Die 38-Jährige legte sich zudem als Produzentin ins Zeug. Sie beschaffte sich die Filmrechte für die Story einer Amerikanerin, die monatelang alleine durch die Wildnis wanderte.

Kaum Rollen für ältere Frauen
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