Star Wars – Die letzten Jedi

Zurück in die Zukunft mit Luke Skywalker

Leia, Skywalker und ein Möchtegern-Vader ohne Helm: Disneys Franchise-Zugpferd trabt auf dem Grat zwischen Wiedererkennungswert und Überraschung. „Die letzten Jedi“ geht mit der Zeit – aber nicht unbedingt mit Absicht.
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Star Wars Helden würdigen Carrie Fisher für die Ewigkeit

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New YorkLaserkanonen drohen am Eingang des Kinos in Hollywood, und am roten Teppich warten behelmte Fans. So geht das eben bei einem neuen „Star Wars“-Film. Vor der Premiere von „Die letzten Jedi“ laufen die Stars nicht nur über den roten Teppich, sie rollen auch – Filmroboter BB-9E und BB-8 haben schließlich keine Beine, aber Fans. Hauptdarstellerin Daisy Ridley erscheint im Sternenkleid, und auch die Gäste haben sich in Schale geworfen.

TV-Schauspieler Donald Faison („Scrubs“) etwa zeigt den Pressefotografen das Shirt unter dem Jackett: „More powerful than you can possibly imagine“ steht da. Das hat der Jedi-Ritter Obi-Wan im ersten „Krieg der Sterne“-Film 1977 gesagt – 2017 könnte es glatt ein politisches Statement sein.

Das ist die Star-Wars-Saga
Krieg der Sterne (im Original: Star Wars)
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Der Science-Fiction kommt im Februar 1978 unter der Regie von George Lucas in die deutschen Kinos. In den USA startete der Film bereits 1977. In einer weit, weit entfernten Galaxie wehrt sich eine Gruppe von Rebellen gegen die Unterdrückung durch das machthungrige Imperium. An der Spitze der dunklen Streitmächte steht die Figur Darth Vader mit seiner schwarzen Atemmaske. Nach der Veröffentlichung der Fortsetzung wurde der Film in „Krieg der Sterne: Episode IV - Eine neue Hoffnung“ umbenannt. Nominell hat der Film 775 Millionen Dollar eingespielt, inflationsbereinigt sind es heute sogar 2,4 Milliarden Dollar. Es war der Anfang eines nie dagewesenen Hypes.

Episode V – Das Imperium schlägt zurück (The Empire Strikes Back)
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Die Fortsetzung des monumentalen Weltraum-Epos mit vielen Spezialeffekten kommt 1980 unter der Regie von Irvin Kershner in die Kinos. Darth Vaders gefährlichste Waffe, der Todesstern, ist zerstört, doch seine Truppen sind nicht geschlagen. Sie stöbern die Rebellen in ihren Verstecken auf und unterwerfen sie. Nominelles Einspielergebnis: 538 Millionen Dollar.

Episode VI – Die Rückkehr der Jedi-Ritter (Return of the Jedi)
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Das gute Ende der Saga flimmert 1983 unter der Regie von Richard Marquand über die Leinwände. Wesen aus allen Ecken der Galaxis treffen die Vorbereitungen für die entscheidende Schlacht gegen das Imperium – und gewinnen mit Hilfe der wiedererstarkten Jedi-Ritter. Nominelles Einspielergebnis: 475 Millionen Dollar.

Episode I – Die Dunkle Bedrohung (The Phantom Menace)
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1999 springt Regisseur George Lucas rund 30 Jahre vor die Ereignisse der bekannten Star-Wars-Filme zurück. In der Galaktischen Republik ist ein Streit über die Besteuerung der Handelsrouten ausgebrochen. Der friedliche Planet Naboo mit seiner Königin Amidala wird von der geldgierigen Handelsföderation angegriffen. Damit war nach rund anderthalb Jahrzehnten der Boom zurück. Einspielergebnis: Knapp über eine Milliarde Dollar.

Episode II – Angriff der Klonkrieger (Attack of the Clones)
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George Lucas setzt 2002 seine Sternenkrieger-Vorgeschichte fort. Königin Amidala hat den Thron von Naboo verlassen, um Senatorin zu werden. Im Senat deckt sie einen Korruptions-Deal auf, und ihr Leben gerät in Gefahr. Einspielergebnis: 649 Millionen Dollar.

Episode III – Die Rache der Sith (Revenge of the Sith)
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2005 kommt die Vorgeschichte zu ihrem Ende. Regisseur George Lucas lässt die Machtkriege weiter wüten. Die Kluft zwischen Kanzler Palpatine und dem Jedi-Rat wird immer weiter vergrößert. Dabei gerät der junge Jedi-Ritter Anakin Skywalker in einen schweren Gewissenskonflikt. Er wird später zum bösen Darth Vader. 848 Millionen Dollar lautete das Einspielergebnis weltweit.

Episode VII - Das Erwachen der Macht (The Force Awakens)
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Als diese Folge unter der Regie von J.J. Abrams nach vielen Jahren der Pause 2015 erscheint, sorgt das in den Kinos für einen großen Ansturm. Wieder gibt es einen inhaltlichen und zeitlichen Sprung: Der Film setzt die Handlung von 1983 fort. Das Imperium ist durch die Erste Ordnung abgelöst worden. Die ebenfalls diktatorische Organisation führt Krieg gegen den Widerstand. Beide Seiten suchen nach dem verschollenen Jedi-Ritter Luke Skywalker. Der Film spielte weltweit bisher über zwei Milliarden Dollar ein und ist damit der dritterfolgreichste Film aller Zeiten.

Der zweite Teil der dritten Trilogie aus der fernen Galaxie greift das Ende des Vorgängerfilms „Das Erwachen der Macht“ auf: Rey (Daisy Ridley) bittet Luke Skywalker (Mark Hamill) ihr beizubringen, mit der „Macht“ umzugehen und damit dem Widerstand unter Leia Organa (Carrie Fisher) im Kampf gegen die von Kylo Ren (Adam Driver) angeführte Mission der Ersten Ordnung zu helfen. Doch Skywalker lehnt erst einmal ab. Und in den folgenden zweieinhalb Stunden lotet Regisseur Rian Johnson die Grauzone zwischen Gut und Böse aus.

Auch in anderer Hinsicht hat sich die Kultgeschichte weiterentwickelt. Im ersten „Star Wars“-Film wurden sämtliche Dialoge von Weißen gesprochen, und trotz der tragenden Rolle von Prinzessin Leia nur 6,3 Prozent von Frauen. Das kam bei einer Sprachuntersuchung mit einer Software heraus, die der Ingenieurswissenschaftler Shri Narayanan mit seinen Doktoranden an der University of Southern California entwickelt hat. Sie entdeckten auch: Bei „Das Erwachen der Macht“ (2015) kamen Nicht-Weiße zu 40 Prozent zu Wort – und Frauen zu 28 Prozent.

„Die letzten Jedi“ besetzt nun unter anderem einen Erzählstrang mit der Asiatin Kelly Marie Tran an der Seite des Schwarzen John Boyega, und auch Leia – deren im Dezember 2016 verstorbener Darstellerin Carrie Fisher der Film gewidmet ist – hat mehr zu sagen als zuvor.

„Man kann sagen, ‚Star Wars‘ ist mit der Zeit gegangen“, sagt Jonathan Kuntz, Professor an der UCLA School of Theater, Film and Television. „Im 21. Jahrhundert wird mehr Mühe darauf verwendet, die internationale Attraktivität eines Films zu erhöhen, und deshalb erscheinen im modernen Hollywood viel mehr ganz unterschiedliche Menschen.“ Die Besetzung ist eben auch eine Frage des Geschäfts: International kommen Filme umso besser an, je eher das Publikum auf der Leinwand Figuren findet, die ihm ähneln. Und die Erwartungen sind immens.

Im Vorjahr haben Kinofilme in den USA einen Rekord von 11,4 Milliarden Dollar eingefahren, für 2017 fehlen dazu noch vier Prozent. Die Filmbranche hofft darauf, dass „Die letzten Jedi“ die Lücke schließt. Immerhin hat der Vorgänger „Das Erwachen der Macht“ gleich beim Startwochenende Mitte Dezember 2015 allein in den USA rund 248 Millionen Dollar eingespielt, bis Jahresende waren es mehr als 600 Millionen. Doch der Medienkonzern Disney wiegelt ab: „Das Erwachen der Macht“ sei der erste „Star Wars“-Film seit einer Dekade gewesen und habe deshalb besondere Aufmerksamkeit bekommen.

„Disney versteht, wie man ein Franchise ausschöpft“
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