„Tatort“ Bremen
Die Kehrseite der Leistungsgesellschaft

Die Bremer Tatort-Ermittler Lürsen und Stedefreund haben zu Beginn der neuen Folge keine Leiche – nur einen Finger. Die Lage scheint klar, doch der Schein trügt. Eine Geschichte vom „Absturz in unserer Gesellschaft“.
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BremenEin abgesäbelter Finger, ein verschwundener Pleitier und eine erfolgshungrige Pharmareferentin – das sind die Zutaten des Bremer „Tatort“-Krimis „Zurück ins Licht“. Die Produktion ist an diesem Sonntag (20:15 Uhr) im Ersten zu sehen.

Und ist weit mehr als eine klassische Kriminalgeschichte. Die Hauptkommissare Inga Lürsen (Sabine Postel) und Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) bekommen es bei ihren Ermittlungen mit handfesten Liebesdramen zu tun. Außerdem blicken sie in die Abgründe der Leistungsgesellschaft.

Lürsen und Stedefreund ermitteln eingangs ohne Leiche, sie haben nur den Finger eines insolventen Pharmahändlers. Dessen Frau Judith Bergener (Victoria Fleer) behauptet, ihr Mann habe sich vor Monaten abgesetzt. Die Pharmareferentin Maria Voss (Nadeshda Brennicke) hatte als Letzte mit dem Opfer Kontakt. Stedefreund gerät in ihren Bann, trotz Beziehung zur BKA-Kollegin Linda Selb (Luise Wolfram). Doch Voss ist nicht die, die sie auf den ersten Blick zu sein scheint.

In Szene gesetzt wurde der im Herbst 2016 in Bremen und Umgebung gedrehte „Tatort“ vom Regisseur Florian Baxmeyer. „Er ist sehr konkret. Er nimmt auch immer gerne Vorschläge von den Schauspielern an“, sagt Schauspielerin Wolfram. Das Buch stammt von Christian Jeltsch und Olaf Kraemer.

„Ich fand das Drehbuch schon sehr toll“, sagt Sabine Postel. Erzählt werde nicht nur eine Privatgeschichte. Sondern auch vom „Absturz in unserer Gesellschaft. Damit umgehen zu können, das können die wenigsten. Wenn die Äußerlichkeiten stimmen, lassen sich die Leute leicht blenden.“ „Es geht gar nicht um den Menschen“, sagt Jeltsch. „Es geht um die Fassade.“

Die Gefahr abzuheben hat Sabine Postel persönlich nie gehabt. „Ich war immer ein sehr geerdeter Mensch. Ich glaube, das habe ich von meinen Eltern mit in die Wiege gelegt bekommen. Ich habe mir meine Kraft immer aus der Familie geholt.“

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