Tatort-Kritik
Ein Held im eigenen Film

Joachim Król und Armin Rohde waren die Helden im gestrigen Tatort. Mit „Haus am Ende der Straße“ verabschiedete sich Król mit einer meisterhaften Leistung von der Krimi-Reihe. Auch Harald Schmidt war begeistert.
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DüsseldorfSchuldgefühle, Selbstjustiz, Resozialisierung und Rache – der gestrige Tatort aus Frankfurt („Haus am Ende der Straße“ ) mit Joachim Król und Armin Rohde ist der Frage der Gerechtigkeit nachgegangen. Wann ist sie hergestellt und wer darf festlegen, was Gerechtigkeit ist?

Im vergangenen Jahr wurde dieser Frage bereits im Wiesbadener Tatort „Im Schmerz geboren“ mit Ulrich Tukur alias Felix Murot nachgegangen. Doch im Vergleich zur Abschiedsvorstellung von Joachim Król war Tukurs „Kunst-Tatort“ nur ein albernes und überkünsteltes Theater.

Rohde als Ex-Polizist und Desperado Rolf Poller und Król als alkoholabhängiger Tatort-Kommissar Frank Steier legten einen sensationellen Auftritt hin. Sie spielten ihre Figuren so real und lebensnah, wie man es eigentlich von jedem Tatort erwartet sollte.

Zusammen mit dem Drehbuch von Erol Yesilkaya und Michael Proehl, das unter der Regie von Sebastian Marka umgesetzt wurde, entstand einer der wohl besten Tatorte der vergangenen Jahre. Auch im Internet war die Begeisterung über den Frankfurter Tatort groß.

Ebenso groß war aber auch die Enttäuschung darüber, dass es Król letzter Tatort war. „Kommissar Steier wird der Tatort-Familie fehlen. Warum müssen immer die guten gehen?“, schrieb ein Twitter-User. Entertainer Harald Schmidt zeigte auf seine Art, wie begeistert er vom Frankfurter Tatort war: „Til Schweiger kollabiert sicher schon wieder.

Besonders Rohdes schauspielerische Leistung ist hervorzuheben. Obwohl er in den ersten 40 Minuten kaum zu Wort gekommen ist, war er allgegenwärtig. Jedes Wort war überlegt, jede Mimik, jede Bewegung passte zu seiner Figur des Rolf Poller.

Die dichte Erzählstruktur und theaterähnliche Stimmung, garniert mit Psychothriller-Elementen sorgte für eine Spannung, die fast über die gesamten 90 Minuten die Zuschauer im Bann hielt. Die kontrastreichen und pointierten Bilder von Armin Alker und die Musik von Filmkomponist Thomas Mehlhorn sorgten ebenfalls für einen packenden Abgang Króls.

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