Tatort ohne Mario Kopper Abschied nicht ohne Bitterkeit

Der Ludwigshafener „Tatort“-Ermittler Mario Kopper gehörte seit 1996 zu seiner Kollegin Lena Odenthal wie die Pistole zum Polizisten. Nun geht es ohne ihn weiter. Kein leichter Abschied.
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Mario Kopper (Andreas Hoppe) will einem verzweifelten Jugendfreund helfen und findet sich im Fokus der Mafia wieder. Mario Koppers Zeit ist um, der letzte «Tatort» mit Andreas Hoppe in der Rolle des Ermittlers in Ludswigshafen läuft am 07.01.2018. Quelle: dpa
Tatort: Kopper

Mario Kopper (Andreas Hoppe) will einem verzweifelten Jugendfreund helfen und findet sich im Fokus der Mafia wieder. Mario Koppers Zeit ist um, der letzte «Tatort» mit Andreas Hoppe in der Rolle des Ermittlers in Ludswigshafen läuft am 07.01.2018.

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LudwigshafenSo derangiert hat man „Tatort“-Kommissar Mario Kopper alias Andreas Hoppe selten gesehen. Vom Gegner mit einem Revolver k.o. geschlagen, mit Benzin übergossen und mit einer Handschelle an ein Ofenrohr gekettet: So erlebt man den Kollegen der Ermittlerin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) am Sonntag im neuen Ludwigshafener „Tatort“ im Ersten. Kopper-Fans sollten einschalten – nicht nur, weil sie erfahren, wie es mit dem Ofenrohr weitergeht. Sondern auch, weil es der letzte „Tatort“ mit dem hochgewachsenen Ermittler ist. Nach 57 Folgen ist für Kopper Schluss, Odenthal macht künftig mit Kollegin Johanna Stern (Lisa Bitter) allein weiter.

„Tatort: Kopper“ heißt der Film von Regisseur Roland Suso Richter nach dem Buch von Patrick Brunken. Nach der ohne Drehbuch von Laiendarstellern in Pfälzer Mundart gespielten Krimiklamotte „Babbeldasch“ erwartet die Zuschauer nun ein Ludwigshafen-„Tatort“, der sich um die Macht der Mafia, illegale Müllexporte und Mario Kopper dreht. Der Halbitaliener aus Ludwigshafen begegnet darin seinem Jugendfreund Sandro (Michele Cuciuffo) wieder, der einst nach Sizilien zurückging, sich mit der Mafia einließ und nun in Deutschland ins Zeugenschutzprogramm will. Wegen dieser Freundschaft gerät Kopper in heftige Schwierigkeiten, bis er sich mit den Worten „Lena, wir müssen reden“ der besorgten Odenthal anvertraut. Spannungsreich geht es Richtung Finale, das für manchen blutig endet.

Die Schauspielerinnen Annalena Schmidt als Sekretärin Edith Keller, Ulrike Folkerts als Kommissarin Lena Odenthal, Andreas Hoppe als Kommissar Mario Kopper und Lisa Bitter als Johanna Stern posieren für den Jubiläums-„Tatort“ aus Ludwigshafen. Quelle: dpa

Die Schauspielerinnen Annalena Schmidt als Sekretärin Edith Keller, Ulrike Folkerts als Kommissarin Lena Odenthal, Andreas Hoppe als Kommissar Mario Kopper und Lisa Bitter als Johanna Stern posieren für den Jubiläums-„Tatort“ aus Ludwigshafen.

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Wenn man Hoppe auf den Abschied anspricht, klingt Wehmut und ein Hauch von Bitterkeit mit. Natürlich sei ihm der Ausstieg nach so langer Zeit schwergefallen. Aber das „Ciao-Sagen“ habe sich schon über mehrere Jahre hingezogen, weil die Figur vom Südwestrundfunk (SWR) nicht mehr gewollt oder gefördert worden sei. „Der Schmerz findet da schon statt“, sagt er. „Ich mochte die Figur sehr, deshalb habe ich sehr darum gekämpft und versucht, sie zu verteidigen und zu schützen.“ Mit „tollen Ideen“ habe er die Redaktion füttern wollen, aber „das wollten die alles nicht“.

Deshalb sei es gut, dass die gemeinsame Entscheidung für das Aus gefallen sei, „denn das tut einfach weh. Man merkt draußen, die Leute wollen einen gerne sehen, die mögen diese Figur tierisch gerne, die ist tierisch beliebt, und das ist scheinbar bei diesem Sender nicht angekommen“. Irgendwann müsse dann eine Entscheidung her, „denn sonst ist man einfach auch traurig“. Der „Tatort“ sei für ihn etwas Besonderes gewesen, „ein Ritterschlag“, den er sehr ernst genommen habe. Er habe sich dafür eingesetzt, dass Kopper nicht nur der in Mamas Küche mampfende Bulle gewesen sei, sondern ermittelt habe. Dann könne man sich nicht damit zufrieden geben, zweimal durchs Bild zu laufen und sein Geld zu kassieren. „So macht man doch diesen Beruf eigentlich nicht“, sagt Hoppe.

Die 14 Monate seit dem Ende der Dreharbeiten hat er nicht ungenutzt verstreichen lassen. „Ich habe fast mehr gearbeitet als während der Tatort-Zeit“. So stand er erneut für die ZDFneo-Serie „Blockbustaz“ vor der Kamera, ebenso für die RTL-Serie „Der Lehrer“ und für die Sat.1-Serie „Soko Kölsch“. Auch war er in „Weiser“ dabei, einem ZDF-„Fernsehfilm der Woche“ mit Joachim Król. Nach dem 2009 veröffentlichten Buch „Allein unter Gurken“ über regionales Essen kam im September das von Hoppe und Cettina Vicenzino verfasste „Sizilien-Kochbuch“ heraus. Er ist damit auf Lesereise und freut sich über die Resonanz. „Das macht voll Spaß!“

Neue Staffel, neue Fälle, neue Kommissare
„Virus“
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Nach zehn Wochen Sommerpause gibt es am Sonntag (27.8.) um 20:15 Uhr im Ersten wieder einen neuen „Tatort“. Der erste Fall der neuen Saison kommt vom Wiener Team und heißt „Virus“. In der Woche drauf ist bereits wieder eine Erstausstrahlungspause angesagt: Das Erste der ARD zeigt das TV-Duell von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem SPD-Herausforderer Martin Schulz. Was ist in der „Tatort“-Saison 2017/18 eigentlich zu erwarten?

„Stau“
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Der Stuttgart-„Tatort“ profiliert sich zum Beispiel: In der aufwendig mit Computertechnik produzierten Folge „Stau“ (10. September) von Dietrich Brüggemann ermitteln die Kommissare Lannert und Bootz (Richy Müller und Felix Klare) unter Zeitdruck in einem Verkehrsstau, in dem sich der Täter noch befinden muss.

„Zwei Leben“
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Das Schweizer Team kommt am 17. September wieder. Im Krimi „Zwei Leben“ mit den Ermittlern Flückiger und Ritschard (Stefan Gubser und Delia Mayer) knallt einem Fernbusfahrer ein Mann in die Windschutzscheibe. Am Bundestagswahlsonntag (24. September) ist dann eine Woche später im Ersten kein neuer „Tatort“ im Programm.

„Goldbach“
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Am 1. Oktober startet das neue Schwarzwald-Team des SWR als Nachfolger des Bodensee-„Tatorts“. Die Ermittler Franziska Tobler und Friedemann Berg (Eva Löbau und Hans-Jochen Wagner) bekommen es in ihrem ersten Fall („Goldbach“) von Regisseur Robert Thalheim mit einem erschossenen Kind im Wald zu tun. Danach sind die Termine im Ersten noch nicht alle hundertprozentig klar, aber eine Menge Filme angekündigt.

„Zurück ins Licht“
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Im Krimi „Der Rote Schatten“ (15. Oktober) von Dominik Graf werden beispielsweise die Stuttgarter Kommissare mit der RAF-Vergangenheit konfrontiert. Der viertletzte Bremer „Tatort“ mit Inga Lürsen und Stedefreund (Sabine Postel und Oliver Mommsen), „Zurück ins Licht“, steht dann wohl am 22. Oktober an. Im Februar wurde angekündigt, dass 2019 Schluss ist mit dem aktuellen Bremen-Team.

„Fürchte dich“
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Das Frankfurter „Tatort“-Team Janneke und Brix (Margarita Broich und Wolfram Koch) kommt mit zwei Folgen in dieser Saison – bereits klar ist laut HR das Sendedatum 29. Oktober für den Gruselfilm „Fürchte dich“ – ein zu Halloween passender Krimi im Edgar-Wallace-Style.

„Gott ist auch nur ein Mensch“
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Im November kommt dann ein neuer Krimi mit dem beliebtesten Team, dem skurrilen Duo aus Münster. Kommissar Thiel und Prof. Boerne (Axel Prahl und Jan Josef Liefers) tauchen in dem Krimi „Gott ist auch nur ein Mensch“ in die Welt der Kunst ein, nachdem sich ein Werk des Aktionskünstlers G.O.D. als echte Leiche entpuppt hat.

Kann er sich nochmal einen Auftritt im „Tatort“ vorstellen, eventuell als Gast? Die Frage regt die Fantasie des temperamentvollen Mannes an. Vielleicht in einem neuen Format, vielleicht auf Sizilien, vielleicht ein Sizilien-„Tatort“, sagt er. „Kopper meldet sich zurück und ermittelt auf Sizilien. Ich fänd' das ja toll.“ Auf jeden Fall hoffe er auf ein paar „coole Filmprojekte“ 2018 – „ich will der Schauspielerei nicht den Rücken drehen, im Gegenteil“. Er habe große Lust, Formate mit aufzubauen oder zu erfinden, würde auch gerne ein Theaterstück inszenieren, ein „richtiges Buch“ schreiben und dies mit Musik verbinden. Außerdem gebe es Projekte, über die man noch nicht sprechen könne. Die Zeit seit Oktober 2016 sei abwechslungsreich gewesen, nun sei er gespannt, wie es weitergehe.

Mit dem markanten Kopper-Auftritt an Odenthals Seite habe Hoppe den Ludwigshafener „Tatort“ über 20 Jahre lang mit geprägt und bereichert, teilt der SWR mit. „Zukünftig soll das Format rund um die beiden weiblichen Kommissarinnen Lena Odenthal und Johanna Stern neu aufgestellt und weiterentwickelt werden.“ Hoppe gebühre Dank für langjährige und gute Zusammenarbeit. „Gerne setzen wir diese bei geeigneten Projekten fort, konkrete Verabredungen gibt es aber noch nicht.“ Koppers Kolleginnen sind im Frühjahr in „Waldlust“ zu sehen – einem erneuten Improvisationskrimi, diesmal aber mit Profischauspielern.

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