The Team
Acht Stunden Koma-Gucken in der ZDF-Mediathek

Das ZDF geht mit „The Team“ neue Wege. Die Krimi-Serie lief am Sonntag im TV an. Im Internet ist sie längst online. Allerdings mussten Fans um Teil vier kämpfen. Erst nach 25.000 Tweets durften sie das Finale sehen.
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Am Sonntag um 22 Uhr lief im ZDF mit „The Team“ eines der wohl ambitioniertesten Krimi-Projekte des öffentlich-rechtlichen Fernsehens an. Drei Länder (Deutschland, Dänemark und Belgien) waren an der Produktion beteiligt. Acht Länder dienten als Geldgeber. In fünf Ländern und Sprachen wurde gedreht.

In vier Folgen über insgesamt acht Stunden Laufzeit ermittelt ein internationales Kommando, um eine Reihe von Morden an Prostituierten aufzudecken. Das ZDF ist zwar an der Produktion beteiligt und schießt insgesamt zehn Millionen Gebühren-Euro dazu, die kreative Ausführung bleibt aber fast ausschließlich in dänischer Hand.

Das Drehbuch wurde von den beiden dänischen Krimi-Experten Mai Brostrom und Peter Thorsboe geschrieben. Die waren unter anderem bereits für ähnliche Formate wie „Protectors“ und „Der Adler“ verantwortlich. Das sorgte im Vorfeld in Deutschland für einen größeren Aufschrei: Warum ist das deutsche Geld gut genug für eine solche europäische Produktion?

Das heimische Krimi-Know-How ist aber offensichtlich nicht gut genug? Tatsächlich gibt es genug hochkarätige, deutsche Drehbuchautoren, denen man einen Spannungsbogen über acht Stunden zutrauen würde. Wenn man sie denn lassen würde. Stattdessen vertraut das ZDF auf die skandinavische Thriller-Schule.

In „The Team“ geht es um drei Prostituierte, die in Kopenhagen, Antwerpen und Berlin mit einem Schuss ins Auge getötet werden. Anschließend wird ihnen auch noch ein Finger abgetrennt. Ein internationaler Fall also, der ein internationales Team erfordert. Die Autoren ließen sich dabei von dem tatsächlich existierenden Joint Investigation Team inspirieren, einer schnellen und flexiblen Eingreiftruppe von Europol.

In „The Team“ steht der Ermittler Harald Bjorn (Lars Mikkelsen) aus Kopenhagen im Zentrum. Mikkelsen war bereits in der Reihe „Kommissarin Lund“ zu sehen, aktuell ist er auch Teil der dritten Staffel der US-Seriensensation „House of Cards“. Dort verkörpert er als Putin-Verschnitt den russischen Präsidenten.

Die Zusammenarbeit mit den beiden „The Team“-Autoren war für ihn nichts Neues: „Ich habe die Bücher gelesen und hatte keine Zweifel, dass die Serie gut werden würde. Ich kenne die Autoren von früher. Daher war mir ihre Art zu schreiben, ihr Storytelling und wie es gespielt werden muss, geläufig“, sagte Mikkelsen in einem Interview mit dem ZDF.

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