Unter Kriegern

Der neue Frankfurt-„Tatort“ handelt von Sportfunktionären und einer eiskalten Familie.

(Foto: dpa)

„Unter Kriegern“ Neuer Frankfurt-„Tatort“ zwischen harter Sportwelt und Familienterror

Im neuen Frankfurt-Tatort ermittelt das Kommissar-Duo Anna Janneke und Paul Brix in der erbarmungslosen Welt des Leistungssports.
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FrankfurtEs gibt Kinder, die muss man einfach gern haben. Der zwölfjährige Felix gehört nicht dazu. Erst bedroht er subtil einen Lehrer, damit der ihm eine bessere Note gibt, dann terrorisiert er eine Klassenkameradin. Auch für die ältere Frau, die nach einem Sturz am Boden liegt und um Hilfe bittet, hat er nur einen kalten Blick übrig.

Gleich in den ersten Minuten des neuen Frankfurt-„Tatorts“ lässt Juri Winkler in der Rolle des Felix vor allem seine Augen und sparsame Mimik sprechen, um sich beim Zuschauer als Soziopath im Kleinformat einzuführen.

Schnell wird klar – der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Felix' Stiefvater, der Sportfunktionär Joachim Voss (Golo Euler), ist ein knallharter Managertyp, der beim Umgang mit Mitarbeitern auf öffentliche Demütigung setzt, stets höchstes Niveau fordert und die Geschäfte eines Sportleistungszentrums mit eiserner Hand führt. Eine Berufung ins Olympische Komitee soll der nächste Karriereschritt sein – da passt der Fund eines toten Jungen in einem Heizungskessel so gar nicht in das Konzept.

„Unter Kriegern“ lautet der Titel des neuen „Tatort“-Falls um das Ermittler-Duo Anna Janneke (Margarita Broich) und Paul Brix (Wolfram Koch), das heute Abend um 20:15 Uhr im Ersten ausgestrahlt wird. Geradezu militärische Strenge und Disziplin wird auch in der Familie Voss hochgehalten.

Die Nummer zwei zu sein, das hat Felix bereits voll verinnerlicht, heißt nur, der erste unter den Verlierern zu sein. Wer schwächer ist, verdient nur Verachtung. So wie seine Mutter Meike (Lina Beckmann), die sich weder gegen ihren Sohn noch gegen ihren Mann behaupten kann und im eigenen Heim wie eine Fremde wirkt.

Fremd war auch Malte Rahmani, der tote Junge, den jemand in einen alten Kessel im Heizungskeller eingesperrt hat. Unter den ganz auf Leistung gedrillten Judokas konnte er körperlich nicht mithalten, von Felix wurde er gepiesackt. Dennoch kam er immer wieder zurück, pflegte eine Freundschaft mit dem mehrfach vorbestraften Hausmeister Sven Brunner (Stefan Konarske).

Ein erwachsener Mann und ein elfjähriger Junge – das kommt Brix äußerst suspekt vor. Mit seiner aggressiven Art und seinen Brüllattacken ist der Hausmeister für ihn ein naheliegender Verdächtiger. Dann lässt ein Foto auf Maltes Handy Fragen nach der Beziehung des toten Jungen zu einem anderen Mann aufkommen.

Neue Staffel, neue Fälle, neue Kommissare
„Virus“
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Nach zehn Wochen Sommerpause gibt es am Sonntag (27.8.) um 20:15 Uhr im Ersten wieder einen neuen „Tatort“. Der erste Fall der neuen Saison kommt vom Wiener Team und heißt „Virus“. In der Woche drauf ist bereits wieder eine Erstausstrahlungspause angesagt: Das Erste der ARD zeigt das TV-Duell von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem SPD-Herausforderer Martin Schulz. Was ist in der „Tatort“-Saison 2017/18 eigentlich zu erwarten?

„Stau“
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Der Stuttgart-„Tatort“ profiliert sich zum Beispiel: In der aufwendig mit Computertechnik produzierten Folge „Stau“ (10. September) von Dietrich Brüggemann ermitteln die Kommissare Lannert und Bootz (Richy Müller und Felix Klare) unter Zeitdruck in einem Verkehrsstau, in dem sich der Täter noch befinden muss.

„Zwei Leben“
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Das Schweizer Team kommt am 17. September wieder. Im Krimi „Zwei Leben“ mit den Ermittlern Flückiger und Ritschard (Stefan Gubser und Delia Mayer) knallt einem Fernbusfahrer ein Mann in die Windschutzscheibe. Am Bundestagswahlsonntag (24. September) ist dann eine Woche später im Ersten kein neuer „Tatort“ im Programm.

„Goldbach“
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Am 1. Oktober startet das neue Schwarzwald-Team des SWR als Nachfolger des Bodensee-„Tatorts“. Die Ermittler Franziska Tobler und Friedemann Berg (Eva Löbau und Hans-Jochen Wagner) bekommen es in ihrem ersten Fall („Goldbach“) von Regisseur Robert Thalheim mit einem erschossenen Kind im Wald zu tun. Danach sind die Termine im Ersten noch nicht alle hundertprozentig klar, aber eine Menge Filme angekündigt.

„Zurück ins Licht“
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Im Krimi „Der Rote Schatten“ (15. Oktober) von Dominik Graf werden beispielsweise die Stuttgarter Kommissare mit der RAF-Vergangenheit konfrontiert. Der viertletzte Bremer „Tatort“ mit Inga Lürsen und Stedefreund (Sabine Postel und Oliver Mommsen), „Zurück ins Licht“, steht dann wohl am 22. Oktober an. Im Februar wurde angekündigt, dass 2019 Schluss ist mit dem aktuellen Bremen-Team.

„Fürchte dich“
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Das Frankfurter „Tatort“-Team Janneke und Brix (Margarita Broich und Wolfram Koch) kommt mit zwei Folgen in dieser Saison – bereits klar ist laut HR das Sendedatum 29. Oktober für den Gruselfilm „Fürchte dich“ – ein zu Halloween passender Krimi im Edgar-Wallace-Style.

„Gott ist auch nur ein Mensch“
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Im November kommt dann ein neuer Krimi mit dem beliebtesten Team, dem skurrilen Duo aus Münster. Kommissar Thiel und Prof. Boerne (Axel Prahl und Jan Josef Liefers) tauchen in dem Krimi „Gott ist auch nur ein Mensch“ in die Welt der Kunst ein, nachdem sich ein Werk des Aktionskünstlers G.O.D. als echte Leiche entpuppt hat.

Zwischen Beziehungsgeflechten des Sportzentrums und der disfunktionalen Familie Voss haben die Kommissare das Gefühl, den Ereignissen immer hinterher zu laufen. Immerhin: „Mit der Familie stimmt etwas nicht“, konstatiert Brix und wittert eine „Aura des Unheils“.

Schon das von Beton und Glas dominierte Voss-Haus strahlt unpersönliche Kälte aus. Wer manipuliert hier wen, wer lügt für wen? „Die Wahrheit befreit“, sagt Meike in einer Schlüsselszene. Doch dann kommt alles ganz anders.

Spät, zu spät bekommen die Kommissare einen Eindruck von den Abgründen hinter der glatten Fassade. Malte bleibt nicht der einzige Tote. Regisseurin Hermine Huntgeburth und Drehbuchautor Volker Einrauch haben einen düsteren „Tatort“ geschaffen, der die Kommissare eher ratlos zurücklässt. Vor allem Juri Winkler überzeugt als Felix in einer schwierigen Rolle.

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  • dpa
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