Vergewaltigungsvorwürfe gegen Weinstein
Woody Allen warnt vor „Hexenjagd“, Polizei ermittelt in Europa

Seitdem Filmproduzent Harvey Weinstein sexuelle Belästigung vorgeworfen wird, ist ganz Hollywood in Aufruhr. Regisseur Woody Allen warnt vor einer Hexenjagd. Die Londoner Polizei startet offenbar weitere Ermittlungen.
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Los Angeles/ LondonRegisseur Woody Allen („Der Stadtneurotiker“) zeigt sich betrübt über die zahlreichen Vorwürfe gegen Filmproduzent Harvey Weinstein, warnt aber vor einer Hexenjagd. In dem Fall gebe es keine Gewinner, „es ist einfach sehr, sehr traurig und tragisch für die armen Frauen, die das durchmachen mussten“, sagte Allen der BBC. „Aber es sollte auch nicht zur Atmosphäre einer Hexenjagd führen, in der jeder Kerl, der in einem Büro einer Frau zuzwinkert, plötzlich einen Anwalt rufen muss“, sagte der 81-Jährige. „Das ist auch nicht richtig“.

Die ganze Harvey Weinstein Sache sei für alle Beteiligten sehr traurig. „Tragisch für die armen Frauen, die betroffen waren, traurig für Harvey, dass sein Leben so verkorkst ist.“

Er habe von den Vorwürfen gegen Weinstein nichts gewusst. „Niemand ist zu mir gekommen oder hat mir mit wirklicher Ernsthaftigkeit von diesen Horror-Geschichten erzählt“, sagte Allen. Allen selbst wird seit den 90er Jahren von seiner eigenen Tochter sexueller Missbrauch vorgeworfen. Laut BBC half Weinstein Woody Allen, seine Karriere nach Bekanntwerden der Vorwürfe wieder aufzubauen.

Auch Regisseur J.J. Abrams („Star Wars: Das Erwachen der Macht“) hat sich zu Wort gemeldet und klar von Filmproduzent Harvey Weinstein distanziert. „Er ist ein Monster“, sagte der 51-Jährige am Samstag dem US-Magazin „The Hollywood Reporter“ am Rande einer Gala in Los Angeles. „Ich glaube nicht, dass man genug darüber sprechen kann, wie abstoßend böse sein Machtmissbrauch war“, sagte Abrams. Nach einem Bericht der „New York Times“ über Weinstein haben zahlreiche Schauspielerinnen dem Hollywoodmogul sexuelle Belästigungen und Missbrauch bis hin zu Vergewaltigungen vorgeworfen.

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron dringt darauf, Weinstein die Auszeichnung der Ehrenlegion zu entziehen. „Ja, ich habe in der Tat die Schritte eingeleitet, um die Ehrenlegion zu entziehen“, sagte der Staatschef am Sonntagabend den TV-Sendern TF1 und LCI. Das Verhalten des Kino-Moguls sei sind nicht hinnehmbar und mit der Ehre unvereinbar.

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Weitere Vorwürfe werden laut

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  • Da haben sich viele erfolgreich hochgeschlafen und machen jetzt auf Opfer, um wieder mal in die Medien zu kommen.

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