Vergewaltigungsvorwürfe gegen Weinstein Woody Allen warnt vor „Hexenjagd“, Polizei ermittelt in Europa

Seitdem Filmproduzent Harvey Weinstein sexuelle Belästigung vorgeworfen wird, ist ganz Hollywood in Aufruhr. Regisseur Woody Allen warnt vor einer Hexenjagd. Die Londoner Polizei startet offenbar weitere Ermittlungen.
Update: 16.10.2017 - 12:31 Uhr 1 Kommentar
„Es ist einfach sehr, sehr traurig und tragisch für die armen Frauen, die das durchmachen mussten“, sagt der Regisseur. Quelle: AP
Woody Allen

„Es ist einfach sehr, sehr traurig und tragisch für die armen Frauen, die das durchmachen mussten“, sagt der Regisseur.

(Foto: AP)

Los Angeles/ LondonRegisseur Woody Allen („Der Stadtneurotiker“) zeigt sich betrübt über die zahlreichen Vorwürfe gegen Filmproduzent Harvey Weinstein, warnt aber vor einer Hexenjagd. In dem Fall gebe es keine Gewinner, „es ist einfach sehr, sehr traurig und tragisch für die armen Frauen, die das durchmachen mussten“, sagte Allen der BBC. „Aber es sollte auch nicht zur Atmosphäre einer Hexenjagd führen, in der jeder Kerl, der in einem Büro einer Frau zuzwinkert, plötzlich einen Anwalt rufen muss“, sagte der 81-Jährige. „Das ist auch nicht richtig“.

Die ganze Harvey Weinstein Sache sei für alle Beteiligten sehr traurig. „Tragisch für die armen Frauen, die betroffen waren, traurig für Harvey, dass sein Leben so verkorkst ist.“

So wenden sich Hollywood-Stars angewidert ab
Harvey Weinstein
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Es begann mit einem Bericht der New York Times. Der US-amerikanische Filmproduzent soll über Jahre Frauen sexuell belästigt haben. Da sich die Hinweise mehr und mehr verdichten, wurde Weinstein unlängst von seinem eigenen Filmstudio vor die Tür gesetzt. Der Skandal erschüttert Hollywood. Nicht wenige Schauspieler und Verantwortliche aus dem Business melden sich zu Wort.

Die ersten öffentlichen Stimmen
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Die Schauspielerinnen Rose McGowan (l.) und Ashley Judd sind die ersten Frauen, die als Betroffene ihre Stimme gegen den Hollywoodmogul erheben. Bereits im vergangenen Jahr schrieb McGowan auf Twitter, dass sie von einem damals nicht näher benannten Studiochef vergewaltigt worden sei. Zudem gehöre sie nach Informationen der Times zu einer der insgesamt acht Frauen, denen Weinstein Schweigegeld gezahlt habe. Judd gab demselben Blatt ein Interview, in welchem sie von ihrer „schmutzigen Erfahrung“ mit dem Oscar-prämierten Produzenten erzählt.

„Ich wusste nichts darüber, aber es überrascht mich kein Stück und passt ohnehin zu diesem System.“
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Der Sex-Skandal zieht in Hollywood seine Kreise und trifft bei vielen erschütterten Filmstars nur auf Entrüstung und Unverständnis. So auch bei Schauspielerin Emma Thompson, die sich gegenüber BBC Newsnight äußerte. „Was ich außergewöhnlich finde, ist, dass dieser Mann nur die Spitze eines ganz bestimmten Eisbergs ist. Ich denke nicht, dass man ihn als sexsüchtig bezeichnen könnte; er ist ein Jäger. Aber er sitzt sozusagen auf der obersten Sprosse eines Systems voller Belästigung, Verharmlosung, Mobbing und Beeinflussung.“

„Er ist das Sinnbild eines systembedingten Problems“
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Der aus Kanada stammende Schauspieler Ryan Gosling auf Twitter. „Ich möchte mich den Stimmen der Unterstützung für die Frauen anschließen, die den Mut haben, sich gegen Weinstein auszusprechen. Wie viele Menschen in Hollywood habe auch ich mit ihm zuvor zusammengearbeitet und ich bin von mir selbst tief enttäuscht, dass ich so blind war. [...] Männer sollten zu den Frauen halten und zusammenarbeiten, bis Rechenschaft abgelegt und eine Änderung erreicht wurde.“

„Das darf nicht passieren, es sollte nicht passieren, aber es geschieht in jeder einzelnen Industrie.“
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Schauspielerin und Ehefrau von Ryan Reynolds, Blake Lively, in einem Interview mit dem Hollywood Reporter. „In keiner Form habe ich diese Erfahrung mit Harvey machen müssen und ich denke, wenn den Leuten diese Geschichten zu Ohren gekommen wären ... dann glaube ich doch noch ausreichend an die Menschheit, dass diese Dinge nicht einfach fortgeführt worden wären. [...] Es ist niederschmetternd zu hören. Wenn Menschen ihre Geschichte mit der Öffentlichkeit teilen, gibt es eine Sache, die geschehen muss: Ihnen muss zugehört sowie vertraut werden und man muss sie ernstnehmen.“

„Man kann sich kein ,Oh, na ja, ich bin in den 60er- und 70er-Jahren aufgewachsen, deshalb ...‘ kaufen“
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Tom Hanks nimmt im Interview mit der New York Times Bezug auf Weinsteins anfängliches Statement, in welchem er sein Verhalten mit der Zeit, in der er aufwuchs, begründet. „Auch ich bin in dieser Zeit aufgewachsen. Also denke ich, nun, was verspricht man sich eigentlich von dieser machtvollen Position? Ich kenne eine Menge unterschiedlicher Menschen, die es lieben, auf unter ihnen stehenden Leuten rumzuhacken oder ihnen das Leben schwer zu machen nur weil sie es können ...“

„Es muss für die Frauen angsteinflößend gewesen sein, sich gegen ihn aufzulehnen“
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Der britisch-italienische Schauspieler und Filmproduzent Colin Firth in einem Statement gegenüber dem Guardian. „Es überkommt mich ein gewisser Brechreiz, wenn ich lese, was vor sich ging, während ich von der Unterstützung von Harvey Weinstein profitierte. Er war ein mächtiger und furchterregender Mann, wenn man ihm Paroli bieten wollte. Es muss für die Frauen angsteinflößend gewesen sein, sich gegen ihn aufzulehnen. Und entsetzlich nun mit dieser Art von Belästigung in Verbindung gebracht zu werden. Ich applaudiere ihrem Mut.“

Er habe von den Vorwürfen gegen Weinstein nichts gewusst. „Niemand ist zu mir gekommen oder hat mir mit wirklicher Ernsthaftigkeit von diesen Horror-Geschichten erzählt“, sagte Allen. Allen selbst wird seit den 90er Jahren von seiner eigenen Tochter sexueller Missbrauch vorgeworfen. Laut BBC half Weinstein Woody Allen, seine Karriere nach Bekanntwerden der Vorwürfe wieder aufzubauen.

Auch Regisseur J.J. Abrams („Star Wars: Das Erwachen der Macht“) hat sich zu Wort gemeldet und klar von Filmproduzent Harvey Weinstein distanziert. „Er ist ein Monster“, sagte der 51-Jährige am Samstag dem US-Magazin „The Hollywood Reporter“ am Rande einer Gala in Los Angeles. „Ich glaube nicht, dass man genug darüber sprechen kann, wie abstoßend böse sein Machtmissbrauch war“, sagte Abrams. Nach einem Bericht der „New York Times“ über Weinstein haben zahlreiche Schauspielerinnen dem Hollywoodmogul sexuelle Belästigungen und Missbrauch bis hin zu Vergewaltigungen vorgeworfen.

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron dringt darauf, Weinstein die Auszeichnung der Ehrenlegion zu entziehen. „Ja, ich habe in der Tat die Schritte eingeleitet, um die Ehrenlegion zu entziehen“, sagte der Staatschef am Sonntagabend den TV-Sendern TF1 und LCI. Das Verhalten des Kino-Moguls sei sind nicht hinnehmbar und mit der Ehre unvereinbar.

Weitere Vorwürfe werden laut
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  • Da haben sich viele erfolgreich hochgeschlafen und machen jetzt auf Opfer, um wieder mal in die Medien zu kommen.

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