ZDF-Krimi: Ein Anwalt, die Schuld und packende Filme

ZDF-Krimi
Ein Anwalt, die Schuld und packende Filme

Das ZDF hat einen Bestseller von Ferdinand von Schirach verfilmt. Es geht um das Gute und Böse, um Recht und Unrecht, Schuld und Unschuld. Der Sechsteiler mit Moritz Bleibtreu gehört zu den TV-Highlights des Jahres.
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Berlin/StuttgartVielleicht hat der eine oder andere die Romane von Ferdinand von Schirach („Der Fall Collini“ ist als Kinofilm geplant) gelesen. Oder man hat die ZDF-Reihe „Verbrechen“ gesehen, die nach seinen Kurzgeschichten entstanden ist. Wem das alles gefallen hat, dem sei jetzt die neue Reihe „Schuld“ empfohlen. Sie umfasst sechs Folgen und sie startet an diesem Freitag um 21.15 Uhr im ZDF.

Gleich im ersten Fall sehen wir ein gut situiertes, aber offensichtlich auch saturiertes Ehepaar, das sich zunehmend langweilt und sich selbst nicht mehr genug ist. Daher beschließt die Anwältin Lissy Paulsberg (Bibiana Beglau), mit anderen Männern zu schlafen – im Beisein ihres Gatten Thorsten (Devid Striesow), der sie dabei filmen soll.

Das geht auch zunächst ganz gut, bis sich herausstellt, dass einer der einbestellten Herren namens Sven (Matthias Matschke) ein früherer Klassenkamerad von Thorsten ist. Der gehörnte Ehemann schaut einer zunehmenden Demütigung zunächst hilflos zu – und greift dann zu einem schweren Quarzaschenbecher.

Der Fall des versuchten Totschlags landet vor Gericht, wo Thorsten von Anwalt Friedrich Kronberg (Moritz Bleibtreu) vertreten wird. Wie das ausgeht, sei hier nicht verraten – aber Kronberg bleibt die durchgehende Figur in allen weiteren Fällen. Sämtliche Episoden sind mit Schauspielern wie Hans-Michael Rehberg, Jörg Hartmann, Anna Maria Mühe, Alina Levshin und Adrian Topol beklemmend gut besetzt.

Regie führen abwechselnd Maris Pfeiffer und Hannu Salonen. Produziert hat das Ganze Oliver Berben, der Sohn von Iris Berben. Die letzte Folge „Volksfest“ – zu sehen am 27. März – ist im Buch die erste. Sie erzählt neben dem abgrundtief bösen Fall einer Massenvergewaltigung auch den Werdegang des Anwalts Kronberg.

Aus Sicht von Moritz Bleibtreu (43) ist jeder Mensch ein potenzieller Verbrecher. „Der Täter steckt in uns allen“, sagte der Schauspieler in einem Interview der „Stuttgarter Zeitung“. Die allerwenigsten Verbrecher gingen wirklich kaltblütig und berechnend vor.

„Die meisten Leute, die wirkliche Verbrechen begehen, tun das nicht aus krimineller Energie.“ Vielmehr seien es Situationen, „in die wir alle geraten können“, so Bleibtreu. Zum Täter werden, „das kann dem nicht gefestigten Menschen, unter den falschen Umständen schneller passieren, als er denkt“.

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„Der Täter steckt in uns allen“

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