Zum Tode Carrie Fishers
Die Macht war mit ihr

Sie hat der Star-Wars-Prinzessin Leia Organa Leben eingehaucht und wurde mit ihr zur Ikone der Filmgeschichte. Nun ist US-Schauspielerin Carrie Fisher im Alter von 60 Jahren gestorben. Ein Nachruf.
  • 1

DüsseldorfIrgendetwas ist an Prinzessinnen, dass Menschen sie oft abgöttisch lieben. Das gilt auch für die wohl berühmteste Prinzessin der Filmgeschichte: Leia Organa. Die junge Frau aus „Star Wars“ ist bekannt für ihren Mut, ihre Tapferkeit; sie ist smart, stark, wortgewandt und – so sagt es ihr Zwillingsbruder Luke Skywalker – „wunderschön“. Im Verlauf der Filmreihe wächst die Figur der durchsetzungsfreudigen und schießwütigen „Euer Durchlaucht“ immer mehr über sich hinaus. Sie wird Kommandantin, Anführerin des Widerstands.

Und auch wenn ihr Bild von exotischen Frisuren und einem goldenen Metallbikini geprägt war, Prinzessin Leia schaffte es, eine der ersten starken Frauenrollen Hollywoods zu werden. Leia wurde zur Ikone. Und mit ihr Carrie Fisher. Die Schauspielerin, die Leia mit Leben füllte, ist nun im Alter von nur 60 Jahren an den Folgen eines schweren Herzinfarkts gestorben.

Es ist schwer, Carrie Fisher nicht auf ihre definierende Rolle zu reduzieren. Vielleicht auch, weil sie selbst eine Art Prinzessin war. 1956 als Tochter des Hollywood-Traumpaars Debbie Reynolds und Eddie Fisher geboren, gibt es für sie wenig anderes als die große Glamourwelt.

Und es ist ein schweres Erbe: Ihr Vater verlässt die Mutter bald für Elizabeth Taylor. Mit 13 kommt Carrie das erste Mal mit Drogen in Berührung. Sie findet Marihuana im Ferienhaus der Eltern. Sechs Jahre bleibt sie dabei, bis sie mehr braucht. Mit 19 folgen Opiate und Halluzinogene wie LSD. Zu dieser Zeit, 1976, dreht sie „Star Wars“, mit dem sie zum Weltstar wurde.

Der Umgang tut ihr nicht gut. Mit einigen weiteren Darstellern, deren Namen sie nie nannte, nimmt sie Kokain. Und während sie mit Wickelzöpfen und im weißen Kleid für eine ganze Generation junger Männer zur Traumfrau wird, lässt ihre Mutter ihren Freund Cary Grant bei Carrie anrufen, um sich mit ihr über LSD zu unterhalten.

Da hat die junge Frau längst die Kontrolle über ihren Drogenkonsum verloren. „Wenn ich süchtig nach Alkohol gewesen wäre, wäre ich jetzt tot, weil man den überall kaufen kann“, sagte Fisher einmal. Erst 1980, am Set der Kultkomödie Blues Brothers, bringt sie John Belushi zur Vernunft. Ausgerechnet Belushi, der zwei Jahre später selbst an Drogen stirbt.

Kommentare zu " Zum Tode Carrie Fishers: Die Macht war mit ihr"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%