Hier zu Lande zeichnen die Führungskräfte ein ähnlich euphorisches Zukunftsbild. Insgesamt rechnen knapp 90 Prozent der Befragten damit, dass sich die Bedingungen am Standort D verbessern werden oder gleich gut bleiben. In keiner Branche weichen die Führungskräfte von dieser Einschätzung ab.
Auch wenn die Manager aller Länder insgesamt mehrheitlich sehr positiv gestimmt sind, verraten die Details doch große Unterschiede. So ist beispielsweise in Frankreich kurz nach der Präsidentschaftswahl die Situation eine deutlich andere als noch vor einem Jahr. Die Gruppe derer, die mit „verbesserten“ Bedingungen rechnet, ist deutlich gewachsen: von 33 auf 58 Prozent. Dafür rechnen nur 18 Prozent mit „gleich guten“ Bedingungen, so dass die Zahl der Optimisten in Frankreich insgesamt kleiner als in anderen Befragungsländern ist. In Österreich dagegen erwarten nur noch sechs Prozent eine Verbesserung, dafür rechnen aber mehr als 80 Prozent der ohnehin hochzufriedenen Manager der Alpenrepublik damit, dass die Bedingungen so gut bleiben wie bislang. Was haben die kleinen Länder den großen voraus? „Sie wissen, dass sie sich bewegen müssen“, meint Ökonom Straubhaar. „Und sie tun es auch – und zwar schnell.“ Auf die Stärke ihrer großen Nachbarn sind sie dabei aber angewiesen: Die prächtige Entwicklung der deutschen Wirtschaft, sagt der HWWI-Chef, sei eine der wesentlichen Voraussetzungen für das Wachstum der kleinen Nachbarländer.
Europa ist wiedererstarkt. Dass die Region die USA als Wachstumslokomotive ablösen könnte, sehen aber selbst Volkswirte wie der als Optimist geltende Europa-Chefvolkswirt der Bank of America, Holger Schmieding, skeptisch. Er rechnet dem Währungsgebiet zwar Chancen aus, kurzzeitig schneller zu wachsen als die US-Wirtschaft. Für 2007 prognostiziert der Bankökonom ein Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent im Euro- Raum und nur 2,3 Prozent in den USA. Aber bereits im kommenden Jahr dürfte die amerikanische Wirtschaft die Euro-Zone wieder überflügeln. „Das Bevölkerungswachstum in den USA ist deutlich höher – da können wir nichts machen.“




