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11.09.2007 
Business-Monitor

Mehr Geld für Aufsichtsräte

von Bert Fröndhoff

Die Arbeit von Aufsichtsräten und Beiräten in deutschen Unternehmen ist in den vergangenen Jahren deutlich komplexer geworden und die Verantwortung gewachsen. Doch werden die Kontrolleure daran gemessen ausreichend vergütet? Eine Exklusiv-Umfrage unter Führungskräften deutscher Firmen gibt Aufschluss.

Mehr Risiko, mehr Geld? Die Mehrheit der deutschen Top-Manager ist dafür.Lupe

Mehr Risiko, mehr Geld? Die Mehrheit der deutschen Top-Manager ist dafür.

DÜSSELDORF. Insgesamt ja, sagt die Mehrheit der Führungskräfte deutscher Firmen, die im aktuellen Handelsblatt Business-Monitor befragt wurden. Allerdings: Die Einschätzungen zu dieser Frage variieren im Detail deutlich.

Eine deutliche Mehrheit der Manager aus kleinen und mittleren Firmen will den Kontrolleuren nicht mehr Geld zugestehen. Ein ganz anderes Bild ergibt sich in den Großunternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten: Fast zwei Drittel der befragten Topmanager aus dieser Gruppe halten die derzeitige Vergütung von Aufsichtsräten für zu niedrig, ergab die Umfrage, an der 791 Führungskräfte teilnahmen. Sie wurde vom Handelsblatt und der Unternehmensberatung Droege & Comp in Auftrag gegeben.

In den vorigen Jahren ist die Vergütung von Aufsichtsräten zumindest in den Dax-Konzernen schon deutlich gestiegen. Nach Angaben der Managementberatung Towers Perrin bekamen ordentliche Aufsichtsratsmitglieder dort im vorigen Jahr im Schnitt eine Vergütung von 78 500 Euro, das waren 15 Prozent mehr als im Jahr davor. Aufsichtsratchef bekamen im Schnitt 232 882 Euro und damit 17 Prozent mehr.

Viele Fachleute halten die Vergütungen zum Teil für nicht ausreichend. „Bei einigen herausragenden Positionen im Aufsichtsrat gibt es noch Luft nach oben“, sagt Michael Kramarsch, Managing Director von Towers Perrin Deutschland. Etwa bei der Position des Aufsichtsratchefs und des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses des Gremiums. „Für diese Aufgabe sind hoch qualifizierte, engagierte und vor allem unabhängige Leute nötig“, sagt er.

Hintergrund der Diskussion ist die sich verändernde Aufgabe von Aufsichtsräten und die damit verbundenen Anforderungen. Einst galten die Sitzungen der Gremien als gemütliches Treffen, bei denen Entscheidungen nur abgenickt wurden. Das ändert sich: Der Aufsichtsrat kontrolliert nicht nur, sondern muss komplexe Entscheidungen in intensiver Ausschussarbeit bewerten. Zudem wird er aufgrund seiner Expertise zum strategischen Sparringspartner des Managements.

Bei vielen mittelständischen Firmen gibt es diese Rollenverteilung bereits. Die meisten dieser Unternehmen müssen in ihrer Rechtsform zwar keinen Aufsichtsrat einrichten. Doch verfügen sie vielfach über sehr professionelle Beiräte, die seit langem eine mehr beratende Funktion gegenüber dem Eigentümer und Management ausfüllen und ihr Know-how einbringen, sagt Juan Rigall, Geschäftsführer bei der Unternehmensberatung Droege & Comp.

Experten gehen davon aus, dass sich der Aufsichtsratsjob in den nächsten Jahren weiter professionalisiert. „Es wird erfolgreiche Topmanager geben, die im Alter von 50 Jahren aus dem operativen Geschäft aussteigen und professionelle Aufsichtsräte werden“, sagt Kramarsch. Die Professionalisierung dürfe aber nicht dazu führen, dass Spezialisten Aufsichtsratsposten anhäufen, warnt Rigall.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Auf welche Art sollen Aufsichtsräte vergütet werden?

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