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13.05.2008 

Einen Putsch gegen Beck wird es gleichwohl vorerst kaum geben. Die einzig ernsthafte Alternative als Kanzlerkandidat heißt nämlich Steinmeier. Und der Außenminister drängt sich keineswegs nach dem Amt. Nicht nur wäre eine Nominierung fast anderthalb Jahre vor der Bundestagswahl nach Auffassung vieler Polit-Profis zu früh und würde das Risiko bergen, dass die Person frühzeitig vom politischen Gegner aufgerieben wird. Auch möchte Steinmeier auf keinen Fall eine von Beck immer weiter aus der politischen Mitte geführte SPD in eine aussichtslose Wahlschlacht führen.

Umgekehrt hat Beck nach Einschätzung enger Vertrauter bislang tatsächlich noch nicht entschieden, ob er selber antreten oder Steinmeier den Vortritt lassen will. Auch im Café Einstein sei die Frage daher keineswegs besprochen oder gar beantwortet worden, heißt es in seinem Umfeld. Bis zum Jahreswechsel oder gar bis Anfang 2009 allerdings könne man die Personalie wohl kaum offen halten. Eine Festlegung vor der bayerischen Landtagswahl gilt als politisch gefährlich: Ein absehbar schwaches Abschneiden der SPD würde sofort dem Kandidaten angelastet. Insofern spricht viel für die Annahme, dass Beck die K-Frage im Oktober zu beantworten versucht. Bis dahin wollen beide Kandidaten stillhalten.

Vorher muss der Pfälzer bereits eine andere umstrittene Personalie klären: Soll die SPD eine zweite Amtszeit von Bundespräsident Horst Köhler unterstützen? Fraktionschef Peter Struck hat sich mehr oder weniger offen dafür ausgesprochen, zumal ansonsten ein höchst angreifbares Wahlbündnis mit der Linkspartei erforderlich wäre. Doch die Frauen und die Linken in der SPD wollen lieber für die Uni-Präsidentin Gesine Schwan votieren. "Aus Respekt vor dem Amt" wolle man sich nicht früher als der Präsident äußern, haben die SPD-Spitzen bislang stets abgewiegelt. Doch lange lässt sich die P-Frage nicht mehr verdrängen.

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