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13.05.2008 

Der drastische Ansatz zeigt, dass die Geduld von Frauenpolitikern am Ende ist. Das Thema beschäftigt die Politik seit langem. Zuletzt scheiterte 2001 die damalige Frauenministerin Christine Bergmann (SPD) mit einem ähnlichen Plan. Auch heute spricht einiges gegen die Quote. Entsprechend zurückhaltend sind die anderen Bundestags-Fraktionen.

Patricia Solaro, die das Berliner Büro von Bayer leitet, ist hin und her gerissen, wenn sie den Grünen-Entwurf betrachtet. Einerseits unterstützt sie das Ziel nach Gleichberechtigung, andererseits warnt sie vor Quotenregeln. Die "gläserne Decke", die den beruflichen Aufstieg von Frauen angeblich bremst, hat sie nicht gespürt. Der weibliche Anteil an Führungskräften beim Chemieriesen ist in den vergangenen zwölf Jahren von sieben auf 17 Prozent gestiegen. Eine Quote hält Solaro für falsch: "Weibliche Aufsichtsratsmitglieder werden den Ruf erhalten, ihren Posten einzig und allein dem Geschlecht zu verdanken und nicht ihrer Kompetenz." Und wer will schon als "Quotenfrau" Karriere machen?

Wirtschaftsverbände wie auch Union und FDP lehnen die Quote ab. "Gesetzliche Regelungen führen nur zu weiterer Bürokratisierung und dem Aufbau von Hindernissen für Unternehmen, die Deutschland dringend benötigt", sagt Anne Zimmermann, Leiterin des zuständigen Referats beim Deutschen Industrie und Handelskammertag (DIHK). Die Wirtschaft sieht praktische Hindernisse: Aufsichtsratsmitglieder werden vor allem aus der ersten Führungsebene rekrutiert - dort gibt es in Deutschland aber kaum Frauen. Folglich müssten sie im operativen Geschäft gestärkt werden, bevor man sich über Aufsichtsräte Gedanken mache. Auch da seien freiwillige Lösungen gefragt.

Ansgar Gabrielsen schmunzelt angesichts solcher Argumente. Er kennt sie: "Die norwegische Wirtschaft hat über Jahre versprochen, das Problem freiwillig zu lösen - aber erst die Quote hat es geschafft." Und ihn zum Held für viele Frauen gemacht.

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