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12.02.2008 

Es rächt sich nun, dass der Staatschef sein privates und sein politisches Leben stets hemmungslos vermischte. Jetzt lassen sich die Fäden kaum noch entwirren. Der jüngste Vorfall in Neuilly zeigt das geradezu exemplarisch. Denn hinter dem Gerangel um Kandidat Martinon stecken keine anderen als die beiden verflossenen Gattinnen des Präsidenten - beide wohnhaft in Neuilly.

Die eine - Cécilia - ist mit Martinon befreundet und hat ihn protegiert. Nur dank Cécilia sei der 36-jährige Diplomat Sprecher des Élysée-Palastes und Bürgermeister-Kandidat in Neuilly geworden, heißt es in den Fluren der Macht in der französischen Hauptstadt.

Die andere - Marie-Dominique - habe vom ersten Tag an gegen Martinons Kandidatur gekämpft, was Beobachter in Paris nicht zuletzt auf die Rivalität zwischen den beiden Frauen zurückführen. Für Martinon war Marie-Dominique eine gefährliche Gegnerin. Denn Sarkozys erste Frau gehört zu einem korsischen Familienclan, der in Neuilly seit Jahrzehnten die lokalpolitischen Strippen zieht. Marie-Dominique war es, die dem jungen Aufsteiger Sarkozy in den siebziger Jahren die Tür zum Stadtrat von Neuilly öffnete und damit den Grundstein für seine politische Karriere legte. Mit Marie-Dominique bekam Sarkozy zwei Söhne, der jüngere davon heißt Jean. Er ist es, der Kandidat Martinon in Neuilly jetzt zu Fall brachte. Cécilia konnte Martinon nach ihrer Scheidung vom Präsidenten nicht mehr helfen.

Cécilia ist gegangen, Carla ist gekommen. Auch Sarkozys neue Frau bringt Familie mit. Vater Bruni-Tedeschi durfte Sarkozy bei dessen politischen Visite nach Rumänien begleiten. Oppositionspolitiker Bayrou ist nicht der Einzige, dem das alles zu viel wird: Es gehe zu "wie bei Hofe" mit einem ständigen Wechsel zwischen "Gnade und Ungnade".

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