0 Bewertungen
16.04.2008 

Doch vor einigen Tagen geriet Gabriel in die Defensive: Seine ehrgeizigen Ziele für die Beimischung von Biosprit erwiesen sich als unhaltbar. Gabriel habe offensichtlich "Ideologie vor Fakten gesetzt", kommentierte Glos das Scheitern der Biosprit-Pläne - und nutzte die Gelegenheit für eine energie- und klimapolitische Generalabrechnung. Die "Versprechungen und Prognosen aus dem Bundesumweltministerium" seien insgesamt nicht haltbar, sagte Glos.

Und jetzt der Besuch in Finnland. Ohne Projekte wie das in Olkiluoto lasse sich Klimaschutz nicht verwirklichen, argumentiert Glos. Außerdem sichere der Bau auch bei deutschen Anlagenbauern Arbeitsplätze. Den Zuspruch des Ministers kann kann der Bauherr TVO gebrauchn. Die Finnen haben in Olkiluoto eine Menge Ärger. Die Hauptlieferanten Areva und Siemens können ihre Zeitpläne nicht halten. Statt 2009 wie ursprünglich geplant soll das 1600-Megawatt-Projekt nun 2011 in Betrieb gehen.

Glos ficht das nicht an. Lange hat er darauf warten müssen, als energiepolitischer Mahner Gehör zu finden. Jetzt scheint seine Chance gekommen. Mit Interesse verfolgt das Wirtschaftsministerium die Probleme, die sich bei den deutschen-französischen Konsultationen über die Kohlendioxid-Obergrenzen für Autos auftun. Der federführende Umweltminister kann noch kein Ergebnis vorweisen, mittlerweile hat sich das Kanzleramt in die Beratungen eingeschaltet. Droht da eine weitere Schlappe für Gabriel? Glos käme das entgegen.

Doch auch im Umfeld des Ministers gibt es Zweifel, ob Glos sich einen dauerhaften Vorsprung erarbeiten kann: Im Moment stehe man blendend da. Die Gefahr, dass es sich dabei nur um ein Zwischenhoch handele, sei groß.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige
Anzeige