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24.01.2008 
Europa-Manager von Lehman Brothers erwartet Stellenabbau

„Erstaunlich, dass kein Institut bisher gekippt ist“

von Jens Koenen

Die sich zuspitzende Finanzkrise ist der Vorbote für die lange prognostizierte Konsolidierung in der Investmentbanken-Industrie. Davon ist Christian Meissner, der Europachef des Investment-Bankings von Lehmann Brothers, überzeugt.

DAVOS. "Es ist erstaunlich, dass die Banken Milliarden abschreiben, aber kein Institut bisher gekippt ist oder fusioniert wurde. Das wird auf Dauer nicht so bleiben", sagte Meissner dem Handelsblatt am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos.

Ein Grund für den wachsenden Druck auf die Investmentbanken ist das fehlende Übernahme-Geschäft. Gerade große Übernahmen sind der-zeit so gut wie unmöglich, weil die Banken die Kredite nicht weiterplatzieren können. "Unsere Übernahme-Pipeline ist seit Jahresanfang nicht mehr so üppig gefüllt. Noch bis Dezember hatten wir hier Wachstum verzeichnet", berichtete Meissner.

Zwar wurden die ersten Folgen der Krise aufgefangen, etwa durch die milliardenschweren Investitionen von ausländischen Staatsfonds in die Banken. Doch Finanzexperten in Davos sind sich weitgehend einig darin, dass das nur ein einmaliger Schritt war. "Das kann man bei der nächsten Krise nicht wiederholen. Dann müssten die Fonds die Banken komplett kaufen, und das dürfte aus politischen Gründen unmöglich sein", sagte ein Banker.


» Weltwirtschaftsforum 2008: Hintergründe, Blogs, Videos und Bilder


Analysten warnen deshalb schon seit längerem, dass die Profitabilität und auch das Geschäftsvolumen der Investmentbanken deutlich zurückgehen werden. Auch Meiss-ner sieht schwere Zeiten auf seine Branche zukommen. "Ich gehe davon aus, dass auch in unserer Branche Stellen gestrichen werden", sagte der Lehman-Manager.

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