Die Google
-Gründer Sergej Brin und Larry Page halten das Engagement des weltgrößten Suchmaschinenbetreibers in China für einen Fehler. "China hat nicht so große Fortschritte gemacht wie wir gehofft haben", sagte Brin am Freitag Nachmittag in Davos. Zur Google
-Philosophie passt es ganz und gar nicht, sich mit der chinesischen Zensur eingelassen zu haben.
DAVOS. Google
war nach dem Einstieg in China heftig kritisiert worden, weil die Internetsuchmaschine dabei eine Zensur der chinesischen Behörden akzeptiert hatte. Googles
legendärer Slogan "Don?t be evil" hatte danach einige Kratzer abbekommen.
Brin, der noch zu Sowjetzeiten in der UdSSR geboren wurde, wollte nach seinen eigenen Worten erst kein Geschäft mit China machen. Er habe sich aber von chinesischen Dissidenten überzeugen lassen, dass alle Informationen, die nach China fließen, den Menschen dort helfen.
Die Vorwürfe, sich mit der chinesischen Zensur eingelassen zu haben und im Internet inzwischen eine dominierende Stellung einzunehmen, wurmen Brin und Page mächtig. In einem nach Feng-Shui-Prinzipien gestylten hellen Loft, der im krassem Gegensatz zur sonst in Davos üblichen stilistischen Behäbigkeit steht, gaben sich die beiden bewusst offen. "Wir sind nicht Microsoft", sagte Page. "Wir dominieren niemanden und arbeiten mit anderen Unternehmen und Individuen auf partnerschaftlicher Basis zusammen."
So sehen sich Page und Brin auch als Partner der Printmedien, von denen die meisten Google
freilich als Konkurrenten begreifen. Während Verlage fürchten, dass Google
mit seiner Marktmacht stärker in das Geschäft mit Informationen drängt, weisen die beiden Technologie-Pioniere, die mit dem Börsengang Googles
Milliarden verdient haben, auf die Kooperation etwa mit der New York Times im Anzeigengeschäft hin. "Wir sind keine Konkurrenten. Wir helfen den Verlagen, ihre Inhalte besser zu vermarkten", meinte Brin. Eigene Inhalte wolle Google
auf absehbare Zeit nicht anbieten.
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