Legehennenhaltung
Aigner lehnt Ländervorschlag ab

Im Streit um das Verbot von Hühnerhaltung in Kleingruppen-Käfigen hat Bundeslandwirtschaftsministerin dem Kompromissvorschlag des Bundesrates eine Absage erteilt. Die Länder fordern ein Inkrafttreten bereits ab 2023.
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BerlinBund und Länder streiten weiter über die Haltung von Legehennen in Großkäfigen: Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) lehnte am Freitag einen Kompromissvorschlag des Bundesrats ab. Die Länder wollten die Haltung von bis zu 60 Hühnern in sogenannten Kleingruppen-Käfigen spätestens 2023 untersagen. Das Ministerium besteht aber auf Bestandsschutz für bereits errichtete Anlagen und will die Übergangsfrist frühestens 2025 enden lassen.

Ursprünglich wollte Aigner die Kleingruppen-Käfige sogar bis 2035 in Deutschland zulassen. Mit ihrer Verordnung war sie aber im vergangenen September am Widerspruch des Bundesrats gescheitert.

„Im Ziel sind wir uns mit den Ländern völlig einig“, heißt es in einer Stellungnahme aus Aigners Ministerium. „Die Haltungsformen der Zukunft sind die Boden-, Freiland- und Biohaltung.“ In den bereits seit 1999 in Deutschland verbotenen Legebatterien stand jedem Huhn 550 Quadratzentimeter und damit weniger als die Fläche eines DIN-A-4-Blattes (624 Quadratzentimeter) zu. In der Kleingruppenhaltung teilen sich 20 bis 60 Hühner einen Käfig, wobei jede Henne mindestens 800 Quadratzentimeter Fläche haben soll. Die Käfige müssen außerdem Einstreufläche, Sitzstangen und Nest haben.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium nannte es „sehr schade, dass die Länder nicht in der Lage waren, einen verfassungskonformen Vorschlag zu beschließen“. Trotzdem sei die Bundesregierung weiterhin bereit, mit ihnen über eine Lösung mit ausreichendem Bestandsschutz zu sprechen.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Legehennenhaltung: Aigner lehnt Ländervorschlag ab"

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  • Egal ob Käfig- oder Bioeier: am Anfang sind die Küken, und nur die weiblichen müssen ihr kümmerliches Dasein als Legehennen fristen. Die männlichen werden, da es für die Fleischproduktion spezielle Züchtungen gibt, nicht mehr gebraucht, aussortiert und vergast oder vermust. 45 Millionen jedes Jahr alleine in Deutschland.


  • Den deutschen Massentierhaltern gefällt eine KZ-Tierhaltung immer noch sehr gut, und Frau Aigner ist die KZ-Tierhaltungs
    -Chefin. Und das Schlimme ist - sie fühlt sich richtig wohl dabei!!!!!!Frau Aigner, verlassen Sie ihr Amt.Sie werden von meinen Steuergeldern bezahlt, also kann ich Sie auch mit viellen anderen Steuerzahlern des Amtes verweisen.

  • Großartig - diese Pauschalschelte ist genau so klug wie die Politik von Frau Aigner. Stammtischniveau! Schaut doch einfach hin, welche Partei, welche Politiker sich für die Menschen und nicht für die Industrie einsetzen! Wer fordert denn schon seit Jahrzehnten eine bessere und damit (für alle) gesündere Tierhaltung? Nur weil die CSU zusammen mit der FDP besonders unverholen alles ablehnt, was den kleinen Mann schützt, sind noch längst nicht alle gleich.

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