1 600 Strom- und Gasnetzbetreiber unter der Lupe
Kurth erwartet intensive Kontrolle der Netzpreise

Alle 1 600 Betreiber von Strom- und Gasnetzen in Deutschland müssen sich darauf einstellen, dass ihre Durchleitungsentgelte im Laufe des nächsten Jahres durch die Aufsichtsbehörden akribisch geprüft werden.

dc HB BERLIN. „Ich bin überzeugt, dass wir bei der vorgesehenen Genehmigung der Netzentgelte die vom Gesetzgeber gewünschten Fristen einhalten können“, sagte der Präsident der künftigen Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, dem Handelsblatt. Er schloss dabei ausdrücklich die kleineren Netzbetreiber mit ein, die von den Länderbehörden überwacht werden sollen.

In den Beratungen zum neuen Energiewirtschaftsgesetz waren immer wieder Zweifel laut geworden, ob die Aufsicht den großen Arbeitsaufwand innerhalb der vorgesehenen Sechs-Monats-Frist würde leisten können. Die rot-grüne Regierung hatte daher ursprünglich eine andere Regelung geplant, bei der die Kontrolle nur bei konkretem Missbrauchsverdacht greifen sollte. Dies hatten die Länder jedoch abgelehnt. Allerdings ist nun vorgesehen, dass Anträge der Unternehmen automatisch als genehmigt gelten sollen, wenn die Aufsicht nicht binnen eines halben Jahres widerspricht.

Die Kontrolle der Entgelte, die Netzbetreiber für den Energietransport erheben, ist ein Kernelement im neuen Energiewirtschaftsgesetz. Es soll damit insgesamt für mehr Wettbewerb auf dem Strom- und Gasmarkt sorgen. Die Netzentgelte in Deutschland gelten im internationalen Vergleich als hoch, sie machen etwa beim Strom rund ein Drittel des Gesamtpreises aus. Ein fairer Zugang für Strom- und Gasanbieter zu sämtlichen Netzen ist zudem die Hauptvoraussetzung dafür, dass sich Konkurrenz um die Belieferung der Kunden entfalten kann. Das Gesetz soll noch im Juli in Kraft treten.

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