_

10 Jahre nach 9/11: Deutschland laut BKA-Chef ein Terroristenziel

Laut BKA-Chef Jörg Ziercke besteht für Deutschland eine „reale Bedrohungssituation“ durch den internationalen Terrorismus. Konkrete Anschlagspläne seien nicht bekannt, das BKA sei aber in Alarmbereitschaft.

Der Präsident des Bundeskriminalamtes Joerg Ziercke. Quelle: dapd
Der Präsident des Bundeskriminalamtes Joerg Ziercke. Quelle: dapd

Mainz, WiesbadenDer Präsident des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke, sieht Deutschland zehn Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 weiter „im Zielspektrum des internationalen Terrorismus“. „Wir haben eine reale Bedrohungssituation in Deutschland, konkrete Hinweise auf einen bevorstehenden Anschlag liegen uns jedoch nicht vor“, sagte Ziercke den Zeitungen „Mainzer Allgemeine“ und „Wiesbadener Kurier“.

Anzeige

Festnahmen wie die kürzlich in Düsseldorf zeigten, dass Islamisten in Deutschland Anschläge planten. „Aber wir sind dabei, diese Leute aus dem Verkehr zu ziehen“, sagte der Chef der Wiesbadener Behörde. Ende April waren drei mutmaßliche Islamisten in Düsseldorf festgenommen worden.

Als absurd bewertet Ziercke die Einschätzung, Deutschland laufe Gefahr, zu einem Überwachungsstaat zu werden: „Das lasse ich mir nicht einreden, und das dürfen sich auch die Bürger nicht einreden lassen.“ Er beklagte, dass es noch immer keine gesetzliche Regelung zur Vorratsdatenspeicherung gibt.

„Zur Terrorbekämpfung wäre es enorm wichtig, wenn solche Daten, wie ursprünglich vorgesehen, sechs Monate auf bewahrt würden“, betonte Ziercke. „Stattdessen erleben wir, dass wir beispielsweise bei den Ermittlungen rund um die ausgehobene Terrorzelle in Düsseldorf das Kommunikationsnetz mühsam aufhellen müssen und bisweilen an nicht überwindbare Grenzen stoßen.“ Unerlässlich sei auch die Online-Durchsuchung.

  • 30.08.2011, 10:34 UhrAnonymer Benutzer: WFriedrich

    @ Diamant
    Die Datenspeicherung habe ich nicht kommentiert. Sie stößt an ihr Grenzen, wenn sich der Terrorismus weiter individualisiert und damit die Verbindung zu seinem Nährboden verschleiert. Ungewiss ist auch, ob wir auf einen weiteren Strategiewandel vorbereitet sind: die Entflechtung von Täter, Tatort, Tatzeit und Tatwerkzeugen mittels technischer Mittel.

  • 30.08.2011, 10:30 UhrAnonymer Benutzer: Kalle

    Terrorismus wird gebraucht um die Überwachungsziele zu erreichen. Was in D bisher war ist so durchsichtig wie die Drohung vor weiteren "Anschlägen".

  • 30.08.2011, 09:52 UhrDiamant

    @ WFriedrich

    Sorry, wenn ich da mal widerspreche, aber das Gefahrenpotential wird sicherlich nicht dadurch erkannt, das man alle Daten speichert. Gezielt bei Verdacht - jap, aber nicht generell. Vorratsdatenspeicherung dient nur dem einen Zweck - der Filterung potentiell Andersdenkender. Und darauf hat das jeweilige "Regime" dann Zugriff und kann sortieren.
    Wer die Vorratsdatenspeicherung will muß ein devoter Masochist sein. Nur Masochisten geißeln sich selbst und Devote Menschen lassen sich gerne von Anderen kontrollieren in allen Lebenslagen.

    "Straftäter" in welcher Richtung auch immer finden andere Mittel und Wege das zu umgehen, wetten? Dadurch wird eine wirkliche Terrorbedrohung nicht geringer.

    @ madduck

    Danke, Sie nehmen mir die Worte aus dem Mund.

  • Die aktuellen Top-Themen
Die Linke: Ulrich Maurer greift Parteispitze an

Ulrich Maurer greift Parteispitze an

In der Linken mehrt sich der Protest gegen die Parteispitze und den Zustand der Partei. Fraktionsvize Ulrich Mauer fordert eine radikale Verjüngungskur - und mehr Frauen. Denn in diesem Punkt hapert es gewaltig.

Gastkommentar: Die CDU muss weiter nach links rücken

Die CDU muss weiter nach links rücken

Nach der NRW-Wahl muss die Union neue Prioritäten setzen: Sie muss auf die Sorgen der Menschen reagieren. Sonst verliert sie noch mehr Vertrauen - und ihren Status als Volkspartei.

Studie: Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Wenn zwei Unternehmen um ein anderes streiten, bedeutet das oft nicht Gutes für den Gewinner. Denn bei Übernahmen können die Sieger die Erwartungen oft nicht erfüllen. Profiteur ist - der Verlierer.