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1217 Tote in einem Jahr: Anzahl der Toten durch Ärztepfusch dramatisch gestiegen

Mit neuen Gesetzen will die Bundesregierung Patienten in Ärztepfusch-Fällen mehr Rechte geben. Neue Zahlen zeigen, dass die Zahl der Toten durch pfuschende Ärzte sprunghaft angestiegen ist.

Berlin In Deutschland sind im Jahr 2010 nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung 1712 Patienten durch Ärztepfusch oder mangelhafte Medizinprodukte ums Leben gekommen. Zum Vorjahr entspreche dies einem Anstieg der Todesfälle um fast 35 Prozent, berichtet die Zeitung unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen.

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Demnach stieg die Zahl der durch Ärztefehler verursachten Todesfälle besonders stark: von 551 auf 944. Als häufigste Todesursachen würden beispielsweise mangelnde Desinfektion (410 Fälle), Abstoßungsreaktionen bei einer Transplantation (171), und Komplikationen bei der Implantation eines künstlichen Gerätes (121) genannt.

Die Bundesregierung hat Behandlungsfehlern den Kampf angesagt. Quelle: dpa
Die Bundesregierung hat Behandlungsfehlern den Kampf angesagt. Quelle: dpa

61 Patienten seien gestorben, weil Operationswunden schlecht vernäht worden seien, 53 weitere bei fehlerhaften Bypassoperationen oder Transplantationen. Außerdem kamen dem Bericht zufolge 47 Menschen durch versehentliche oder unbeabsichtigte Schnitte bei Operationen ums Leben, 33 bei Endoskopie-Fehlern und 32 bei Amputationen.

Die genannten Zahlen liegen deutlich unter den Schätzungen von Patientenorganisationen. So geht etwa das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. von jährlich 17 000 Todesfällen durch ärztliche Behandlungsfehler aus.

Die Bundesregierung hat im vergangenen Monat einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der Patienten bei Behandlungsfehlern mehr Rechte einräumt. Unter anderem müssen die Krankenkassen ihren Mitgliedern künftig beim Verdacht auf Behandlungsfehler unterstützen, um Schadenersatzansprüche durchzusetzen.

Dies kann etwa durch medizinische Gutachten geschehen. Ärzte und Kliniken werden zudem verpflichtet, stärker als bisher Behandlungsfehler oder Beinahe-Fehler zu dokumentieren und auszuwerten.

Die Länder haben den Gesetzesentwurf bereits erhalten, im Mai soll er vom Kabinett behandelt werden und ab Anfang nächsten Jahres in Kraft treten.

  • 16.02.2012, 08:10 Uhrihr

    Immer mehr Krankenhäuser werden aufgrund klammer Kassen privatisiert.

    Und dort steht natürlich die Rendite an erster Stelle.

    Soll man einem angestellten Arzt, der nach 60h in einer Woche EINEN Fehler macht deshalb einen Vorwurf machen?

    Und jeder zusätzliche Arzt kostet Geld, schmälert den Gewinn - unvorstellbar.

    Und die Bürger akzeptieren diese neoliberalen Auswüchse doch. also bitte nicht aufregen!

  • 16.02.2012, 06:44 UhrAnonymer Benutzer: goozerin

    man kennt das doch eine krähe hakt der anderen kei auge raus und so geht das spielchen immer weiter......gruss alienargus.com

  • 16.02.2012, 05:52 UhrAnonymer Benutzer: Gloeckl

    Die Politik und Bürokratie im Gesunbdheitswesen usw. verursacht noch viel mehr und schwerere systemische Schäden:

    Es wird aller höchste Zeit Gesundheitswesen, Rentensysteme nicht von der Politik, sondern von den Betroffenen Patienten und ren tnern bestimmen zu lassen, sowie alle schwerwiegenden Entscheidungen per Volksentscheid wie die Schweiz - denn derzeit beswtimmt eine kleine Lobby von Banken, Unternehmen entscheidend die Politik.

    Wirtschafts- Woche vom 8.2.2012:

    "Im Interview rechnet Norbert Klusen zudem mit Politikern ab und kritisiert unsolide wirtschaftende Konkurrenten.
    Klusen (Chef der Technikerkrankenkasse): „Es gibt kein Gesetz zum Gesundheitswesen, das nicht zugleich eine Lobbygruppe bedient. Ich kenne kein einziges rein auf den Nutzen der Patienten gerichtetes Gesetz. Deutschland braucht einen Gorbatschow der Gesundheitspolitik: einen Minister, der den Mut zur Wahrheit hat – auch um den Preis, nicht wiedergewählt zu werden.“

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