17. Juni 1953
Menschen demonstrierten für Demokratie

Am 17. Juni 1953 walzten sowjetische Panzer die Hoffnung tausender Menschen in der DDR auf freie Wahlen und Demokratie nieder. Bei dem Volksaufstand gingen landesweit nach neuesten Forschungen mehr als eine Million Menschen auf die Straße.

HB/dpa BERLIN. Nicht nur in Berlin gab es massive Proteste, die durch erhöhte Arbeitsnormen ausgelöst worden waren. In rund 700 Orten der DDR flammte der Protest mit politischen Forderungen auf. Die Aufständischen stürmten mehr als 250 öffentliche Gebäude, dabei auch fünf Stasi-Dienststellen. Viele der Demonstranten büßten Mut und Zivilcourage mit Gefängnisstrafen.

Die Chefin der Stasi-Unterlagenbehörde, Marianne Birthler, fordert eine politische Neubewertung der Ereignisse. Lange sei der 17. Juni unterbewertet oder verleumdet worden. Das Datum gehöre aber zur deutschen Geschichte wie die Revolution von 1848. Die Ostdeutschen hätten mit zwei Volkserhebungen an die Tradition von Freiheitsbewusstsein angeknüpft: Zuerst 1953 und 36 Jahre später mit der geglückten friedlichen Revolution vom Herbst 1989.

Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung zur Aufarbeitung der SED- Diktatur, Rainer Eppelmann, mahnte, der 17. Juni dürfe nicht als ostdeutsche Regionalgeschichte abgetan werden. Ansonsten könne die innere Einheit nicht vollendet werden. Opfer der SED-Diktatur haben sich inzwischen gegen die Beteiligung der PDS am offiziellen Gedenken zum 50. Jahrestag des Aufstandes gewandt und Boykott angedroht.

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