175 Aktenordner mit rund 30 000 Seiten
Prozess gegen Pfahls Anfang 2005

Anfang kommenden Jahres soll voraussichtlich der Prozess gegen Ex-Rüstungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls wegen Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung in Augsburg beginnen. Das gab der Vorsitzende Richter in dem Verfahren, Miximilian Hofmeister, bekannt.

HB AUGSBURG. Hofmeister sagte am Montag, wegen der umfangreichen Vorbereitung des Verfahrens werde der Prozessbeginn vermutlich Mitte Januar 2005 sein.

Pfahls ist derzeit in Paris inhaftiert, wo er nach fünf Jahren Flucht vor knapp vier Wochen verhaftet worden war. Er soll 1991 im Zusammenhang mit dem Verkauf von Spürpanzern an Saudi-Arabien von dem nach Kanada geflüchteten Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber 3,8 Millionen Mark (1,94 Millionen Euro) Bestechungsgeld kassiert und nicht versteuert haben.

Hofmeister erklärte, dem Augsburger Gericht liege keine offizielle Information aus Frankreich vor, wie die Auslieferung des 61-Jährigen zeitlich ablaufen werde. „Dass wir im Herbst noch mit dem Prozess anfangen, ist wohl hinfällig“, sagte er. Dem Wahlverteidiger Volker Hoffmann (Mainz) werde jetzt die Möglichkeit gegeben, die 175 Aktenordner umfassenden Prozessakten mit rund 30 000 Seiten in Augsburg einzusehen.

Inzwischen wurde der Augsburger Pflichtverteidiger von Pfahls, Gerhard Decker, aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt entbunden. Ein Nachfolger sei vom Gericht noch nicht bestellt worden, sagte Hofmeister. Zu der Länge des Verfahrens gegen Pfahls meinte der Richter, es werde davon abhängen, ob und wie Pfahls aussagen werde. Gegenwärtig sei nicht absehbar, wie viele Zeugen geladen werden müssten.

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